29/07: Pfeuti@USA
Pfeuti@USA
Reise durch den wilden Westen der USA
Nachlese – 18. April 2006
18.04.06 00:33:37
Schöne Erinnerungen werden uns bleiben, von Ferien die wir wirklich sehr genossen haben. Voll gesaugt sind wir mit gegensätzlichen Eindrücken: gross, schön, kalt, warm, still, lärmig, weit, tief, hoch, eng, offen, stur, arm, reich. So und noch viel anders haben wir den Westen Amerikas kennen gelernt. Einen kleinen Teil davon nur, denn ein solch grosses Land kann unmöglich in so kurzer Zeit ganz erfasst werden, einige Rosinen haben wir herausgepickt.
Diese Reise hätten wir aber nie machen können, wenn wir nicht auf so zahlreiche Unterstützung hätten zählen können:
Fritz vom Reisebüro, der uns mit seinen Tipps die Organisation von Flügen, Camper, Hotels etc. sehr erleichtert hat und auch noch letzte Wünsche und Aenderungen für uns arrangiert hat.
Andrea und Sascha, Brigitta und Erwin, Käthi und Beat, Heike und Hanspeter die mit uns ihr Insiderwissen von bereits besuchten Orten geteilt haben.
Barbara, die uns drei Frauen zum Bahnhof gefahren und so zu einem ruhigen Start in unser Abenteuer verholfen hat.
Joli, die unser Haus gehütet und geschaut hat, dass auch die Pflanzen unsere Abwesenheit überlebt haben.
Brigitta und Erwin, die unser Büsi Minou in die Ferien genommen haben, und Fredy, der seinen Ferienkollegen mit Katersruhe ertragen hat.
Euch allen ein HERZLICHES DANKESCHÖN!
Auch möchte ich an dieser Stelle nochmals all jenen danken, die an meinen Geburtstag gedacht haben. Viele SMS durfte ich schon in Kalifornien lesen, zu Hause warteten dann nochmals viel Post und auch Geschenke auf mich.
Aber auch herzlichen Dank für das Interesse an unseren Reiseberichten. Euer Feedback macht Freude.
"Nur" noch Erinnerungen – 16./17. April 2006
17.04.06 20:53:28
Ausgeruht wurden wir heute nicht vom Güselwagen sondern vom Radio geweckt. So waren wir guten Mutes, dass heute auch das Frühstück weniger chaotisch sein würde. Und tatsächlich, die vielen Take away-Gäste blieben heute vornehmlich aus und wir ergatterten auch einen Tisch, der von der Zugluft verschont blieb.
Mit der hoteleigenen Limousine wurden wir dann zum Flughafen gebracht. Dort wurden unsere technischen Fähigkeiten noch auf eine neue Probe gestellt: Da wir im Besitz von E-Tickets waren, durften wir selber einchecken. Es ist doch angenehmer, wenn dies für einem erledigt wird. Nur das Gepäck wird einem nach dem Wägen abgenommen. Wir vermuteten, dass wir ein oder zweimal überladen haben könnten und hatten uns auch schon auf’s Umpacken vorbereitet. Aber denkste: Der freundliche Herr nahm zwei Etiketten mit der Aufschrift „Heavy Luggage“ und machte sie an den Koffern fest. Das war’s. Ein letztes Shoppen und es war Zeit zu boarden. Mit einer halben Stunde Verspätung, infolge einer nicht richtig schliessenden Türe, welche ev. mit Klebband repariert wurde (gesehen haben wir nur die Rolle, Details dazu aber nicht), ging es um 14.30 Uhr Ortszeit los. Ein sehr ruhiger Flug wurde es. Als die Mädchen dann allerdings endlich etwas schliefen, wurden sie von der Durchsage, dass nun ein kleiner Imbiss serviert würde, wieder geweckt.
In Frankfurt a/Main kamen wir dann trotz verspätetem Abflug 40 Minuten vor Flugplan an. Die Flughafenmitarbeiter waren so überrascht, dass sie schlicht weg kein Bodenpersonal zur Verfügung hatten und wir warten mussten, bis wir aussteigen durften.
Wir hatten gewartet, bis das Flugzeug sich geleert hatte um dem Geschupse zu entgehen. Vor dem Gate erwartete uns eine Riesenmenschenschlange, welche mit dem Metalldetektor gecheckt wurde. Wir glaubten unseren Augen nicht und meinten schon „die Deutschen spinnen ja noch mehr wie die Amis was die Einreise betrifft“. Mit der Zeit haben wir dann gemerkt, dass diese Menschschlange auf einen Flug wollte, und wir in die andere Richtung gehen mussten. Wir hatten nicht realisiert, dass wir infolge Mitarbeitermangel in die Abflugshalle hinauf gelotst worden waren. Aber auch Pfeuti’s merken früher oder später wo's lang geht. Dafür drehte unser Gepäck bereits seine Runden, bis wir beim Gepäckförderband ankamen.
Während der Wartezeit bis zur Abfahrt unseres Zuges genossen wir ein europäisches Frühstück. Das im Flugzeug hatte uns nicht wirklich zugesagt. Ueber Basel fuhren wir bis nach Brugg. Dort schauten wir vergeblich nach einem Taxi, welches gross genug für uns und unser Gepäck gewesen wäre. Also drängten wir uns auf die Rückbank, das Gepäck wurde im Kofferraum und auf dem Beifahrersitz verstaut. Um halb fünf Uhr waren wir wieder zuhause und unsere Reise gehört bereits wieder den Erinnerungen an.
16./17. April 2006 - San Francisco -> Frankfurt -> Hägglingen
Schlussspurt – 15. April 2006
15.04.06 23:01:09
Der gestrige Tag fand einen lärmigen Ausgang: In unserem Nachbarzimmer sind zwei nette Herren eingezogen, die standesgemäss einen kleinen Schosshund bei sich hatten. Leider durfte der kleine Liebling nicht mit in den Ausgang und so vertrieb er sich die Zeit mit Kläffen. Kleine Ursache, grosses Uebel.
Jetzt zu unseren Erlebnissen des letzten Tages in San Francisco: Sara war mit ihren Schulaufgaben etwas in Rückstand geraten und da es regnete wollte sie diese etwas aufarbeiten.
So beschlossen Jasmin und ich, uns nochmals auf die O.C.-TShirt-Jagd zu machen. Wir waren wirklich in allen möglichen Läden Downtown, aber leider erfolglos.
Da es zwischenzeitlich wieder etwas aufgeklart hatte, setzten wir unseren Stadtrundgang fort. Zu Fuss machten wir uns auf den Weg zum wenige Blocks entfernten Cable Car Museum.
Schon faszinierend, welche Idee in den 1870er Jahren in die Tat umgesetzt wurde. Viel geändert hat sich seit der Inbetriebnahme 1873 nicht: Nach wie vor ist die Arbeit des
Gripman (Greifermann),
der den Seilgreiferhebel des antriebslosen Kabelwagens bedient, keine leichte. Auch die Aufgabe des Bremsers ist bei der Steilheit der Strassen und des Eigengewichts der Wagen von je 6 Tonnen, nicht zu unterschätzen.
Auch Jasmin hatte noch einen Wunsch: sie wollte unbedingt den
"spitzigen Turm" (Transamerica Pyramid) von nahem sehen. Ebenfalls zu Fuss machten wir uns auf den Weg. Dort angekommen kämpften wir zuerst mit der Grösse dieses Gebäudes: Auch diagonal passte es auf kein Foto. Selber schuld wenn man den Weitwinkel im Hotel vergisst.
Leider ist er für den Publikumsverkehr geschlossen. Aber um trotzdem noch einen Blick von oben auf San Francisco werfen zu können, spazierten wir durch China Town bis zum Coit Tower, welcher 1933 als Denkmal für die Freiwillige Feuerwehr Frisco's errichtet wurde. Mit einem klapprigen Lift fuhren wir bis wenige Meter unter die Aussichtsplattform und genossen einen ersten und vorläufig auch letzten Rundblick über San Francisco. Begleitet wurden wir dabei von zwei Glockengeläuten die uns sehr stark an Big Ben erinnerten. Eigentlich sollte man diesen Aussichtspunkt unbedingt zuerst aufsuchen, um sich einen ersten Ueberblick über die Stadt zu verschaffen.
Zurück gingen wir durch Little Italy wo es von guten aber zum teil auch teuren italienischen Ristoranti nur so wimmelt. Da Jasmin und Sara sich dem amerikanischen Fast Food nicht abgeneigt zeigten, mussten wir sie wieder einmal mit Pasta locken. Es wurde ein gemütlicher Ausklang unserer Ferientage im Westen Amerikas.
Jetzt stehen unsere gepackten Koffer bereit. Morgen heisst es für uns
Bye bye America - Grüezi Schwiiz!
Glaube nie den Meteorologen - 14. April 2006
14.04.06 01:22:01
Ein SMS aus der Schweiz holte uns um halb neun aus dem Schlaf. Eigentlich müssen wir dankbar sein, denn draussen schien die Sonne vom stahlblauen Himmel. Zuerst hatten wir ein paar Telefonanrufe zu erledigen, dann ging es zum Frühstück. Eine chaotische Angelegenheit: lärmig, windig und ungewöhnlich: In unserem Hotel gibt es keinen Frühstücksraum für Hotelgäste. Das Zmorge muss in einem der beiden öffentlichen Restaurants eingenommen werden. Ein ständiges Kommen und Gehen, vor allem durch Take away-Gäste, ist durch die zentrale Lage des Hotels gewährleistet.
Anschliessend versuchten wir, wider besseren Wissens, beim Hotel auf den Cable Car zu kommen. Wir nahmen dann doch den Bus, der uns bis zur Golden Gate Bridge brachte. Die Sonne schien zwar immer noch mehr oder weniger vom Himmel, aber der Wind hatte im Vergleich zu gestern mächtig aufgefrischt und war an dieser exponierten Stelle besonders gut zu spüren.
Dieses Bauwerk wurde während der Wirtschaftskrise zwischen 1933 und 1937 für nur 35 Mio. Dollar erbaut, ist 2'332 m lang, max. 227 m hoch und die dicksten Kabelstränge sind 92,4 cm dick.
600'000 Nieten waren nötig, die letzte ist aus purem Gold. Sie ist imposant anzuschauen in ihrem für Brücken atypischen rot. Eigentlich sollte sie grau werden, aber dem Chefingenieur hatte die Brücke nach dem Rostschutzanstrich so gut gefallen, dass er auf weitere Farbe verzichtete. Eine weise Entscheidung. Natürlich wollten wir wenigstens einen Teil der Brücke begehen. Durch den starken Verkehr (rund 100'000 Autos pro Tag) und den starken Wind war es schon etwas wackelig und Sara fühlte sich nicht sehr wohl, sie klammerte sich richtiggehend an Marco fest. Jasmin fand die ganze Sache kuul.
Anschliessend fuhren wir mit dem Bus Richtung Fisherman’s Wharf. Dort wollten wir Ueli’s Tipp folgend den Ghirardelli Square mit verschiedenen Geschäften und Restaurants besuchen. Es handelt sich dabei um eine ehemalige Schokoladefabrik die noch heute die weltberühmte Süssigkeit anbietet. Wir Schweizer haben die schlangestehende Kundschaft nur belächelt, denn wir hatten im Hotel Besseres im Kühlschrank.
In der Nähe besuchten wir ein Irisches Pub und staunten nicht schlecht über ein Getränk auf der Karte: Swiss Coffee mit Peppermint Schnaps and Cacao Cream. Wir erklärten dann, dass Obstler oder Kirsch eher zu uns Schweizern passen würde. Zum Essen ist das Tiernan’s aber sehr zu empfehlen.
Da sich in der Ferne Regen ankündigte, wollte Marco auf ein weiteres Anstehen für eine Cable Car Fahrt verzichten, sondern mit dem Bus zurück zum Hotel fahren. Als wir dann zum Hotel zurückgingen, spürten wir tatsächlich auch erste Regentropfen. Aber das war’s dann auch schon.
Wechsel - 13. April 2006
13.04.06 00:19:38
Heute hiess es Abschied nehmen von den grossen Weiten Amerika’s Westen und von unserem Zuhause der letzten 15 Tage. Die letzten Sachen zusammenpacken und zur RV Abgabestation fahren. Sara und Jasmin waren schon etwas wehmütig, denn sie hatten es seeeehr genossen, wie ein fahrbares Schloss sei es gewesen.
Da die Campervermietung nur Shuttledienste zum Intern. Airport anbieten, liessen wir uns mal dahin bringen. Neue Stadt, neu organisierte öV. Mit der Metro fuhren wir bis ins Stadtzentrum, von da aus ging es nur 500 m bis zu unserem Hotel, aber da Marco seine DDC-Reisetasche schultern musste, waren es lange 500 m und diese immer bergauf.
Weil Regen angesagt war, entschieden wir uns, nach einer kurzen Rast im Hotel sofort mit der Stadtbesichtigung zu beginnen. Um soviel wie möglichst zu sehen, entschieden wir uns, mit dem Cable Car Richtung Fisherman’s Wharf zu fahren. Bis man allerdings ein solches Gefährt besteigen darf, heisst es zuerst anstehen, und zwar mit Geduld. Ein Zusteigen auf der Strecke ist eher schwierig, da die Cars eher überfüllt sind als leer, es empfiehlt sich, die Ansteherei an den Ausgangsstationen auf sich zu nehmen um dann sicher mitfahren zu können.
Eine Besichtigung der Golden Gate Bridge und Alcatraz aus der Ferne musste vorerst genügen, dann Fisherman’s Wharf und Pier 39. Im „Swiss Louis“ Pier 39 gabs Pizza und Nudeln, und dies in Begleitung der Seelöwen, die das Pier 39 ganz in Beschlag genommen hatten und faul, wie den sonst, in der Sonne lagen. Nur Gezänk war ab und an zu vernehmen. Unserem japanischen Kellner brachten wir noch ein paar Brocken Schiizerdütsch, äxgüsi, Bärndütsch bei, die er talentiert nachsprach.
Zur Verdauung machten wir noch einen Spaziergang zur Lombard Street, der „kurvenreichsten Strasse der Welt“. Acht Haarnadelkurven sind entlang eines Häuserblocks zu bewältigen. Die Kurven sind das eine, die Steilheit der Strasse hier ist ein zusätzliches Handycap für viele Autofahrer. Marco liess dies nur lächeln.
Da es schon am Einnachten war, hatten wir Glück und konnten hier auf den Cable Car zusteigen. Während der Fahrt staunten wir nicht schlecht, als der Bremser während eines Haltes den Cable Car verliess um in einem an der Strecke liegenden Geschäft etwas zu besorgen. Wieder zurück zog er die Glockenschnur, um dem Gripman (Carführer) anzuzeigen, dass die Fahrt weitergehen kann.
Fazit des heutigen Tages: es ist wieder eng und lärmig. Und unser temporäres Zuhause wackelt auch nicht mehr bei Wind und Kinderhüpfen. Die Zivilisation hat uns wieder.
13. April 2006 - San Leandro -> San Francisco
Ein schöner Abschluss - 12. April 2006
12.04.06 00:24:18
Heute morgen wurden wir durch ein sehr regelmässiges Geräusch geweckt: Regentropfen. Das Wetter passte zu unserem heutigen Plan: Wir wollten das Monterey Bay Aquarium besuchen. Es sollte eine Ueberraschung für Sara und Jasmin werden. Zudem ärgerte es mich nicht allzu sehr, dass wir Big Sur keinen Besuch mehr abstatten konnten.
Wir fuhren durch ein romantisches Städtchen, das sich Schmetterlings-Stadt nennt. Gesehen haben wir keinen. Eigentlich wollte ich auf dem Rückweg wieder hier durchfahren, um ein paar Bilder zu schiessen. Die äusseren Umstände hielten mich aber davon ab.
Schon kurz nach dem Parkplatz konnten wir Dutzende Robben beobachten, welche sich von riesigen Wellen ins Meer ziehen liessen um anschliessend wieder an Land zu robben. Einige zeigten uns sogar ihre Schwimmkünste in der Bucht. Sie waren nicht ganz so faul wie ihre Kollegen in La Jolla.
Ein Besuch des Monterey Bay Aquariums lohnt sich wirklich und ist dem SeaWorld vorzuziehen. Die Kinder können hier ihr Wissen auf spielerische Art erweitern und in speziell eingerichtet Becken, unter Aufsicht und mit kindsgerechten Erläuterungen, Meerestiere berühren, heute waren es Rochen, verschiedene Seesterne, Seeigel und Wasserschnecken. Jasmin musste zu ihrem Glück fast gezwungen werden und dann wollte sie nicht mehr gehen. Wo Jasmin ebenfalls sehr nahe an den Aquarien klebte, war bei den Quallen. Schon von weitem hatte sie diese, trotz ihres schlechten Rufes, sehr anmutigen und filigranen Lebewesen gesichtet. Und dies auch gleich allen Besuchern kundgetan.
Auch ich wollte unbedingt die Rochen berühren, allerdings braucht es dazu etwas Geduld und Glück, denn oftmals drehen die Rochen kurz vor einem ab und vorbei ist die Möglichkeit. Das Ziel meiner Wünsche näherte sich dann allerdings doch noch und ich tauchte meinen Arm ins Wasserbecken. Geschafft! Leider hatte ich vergessen, dass irgendwann meine hochgeschobenen Aermel kommen, nachher waren sie nass, pflotschnass, und ich am frieren. Der Shop konnte mir einen neuen Pullover verkaufen. Jetzt wisst ihr auch, wieso ich künftig für diesen Ort Werbung machen werde. Da es sich hier aber, so glauben wir wenigstens, um eine gute Sache handelt, kann ich ja dazu stehen. Die Tiere werden in wirklich riesigen Meerwasseraquarien gehalten. Zudem setzen sich die Mitarbeiter aktiv für den Tierschutz ein. Und für uns ein weiterer positiver Punkt: Als Non-Profit-Unternehmen sind die Eintrittspreise im Vergleich zu anderen Institutionen moderat.
Dummerweise waren auf dem Weg vom Aquarium zum Camper Outletshops angesiedelt. Wir besuchten nur Reebok. Das genügte. Anschliessend machten wir uns auf den Weg nach Frisco. Weit kamen wir nicht, denn es gab Stau. Bei nächstbester Gelegenheit parkten wir unser Mobil und Marco begann zu kochen, während ich das Packen in Angriff nahm. Als wir wieder aufgeräumt hatten, hatten wir freie Strassen. Da es auch beim Verlassen des Aquariums immer noch geregnet hatte, hatten wir nicht den Highway 1, sondern den Freeway genommen, denn bei dem Wetter zu fahren, ist nicht besonders angenehm. Und dann dies: im Osten der Vollmond, und im Westen, von der Küste her? Strahlendes Abendrot. Frust, aber auch Hoffnung auf besseres Wetter für unseren Aufenthalt in San Francisco. Die Campingplatzmitarbeiterin gab uns heute abend aber den Rat, die warmen Kleider nicht zu weit wegzupacken…
Und was wir auf dem Freeway auch noch gesehen haben: Ein Auto auf dem steht: "2008 End of an error!" Wir haben noch niemanden getroffen, der anderer Meinung wäre.
12. April 2006 - Monterey -> San Leandro
Glück gha - 11. April 2006
11.04.06 00:27:44
Heute begann der Tag wirklich erfreulich: wir haben die schöne Nachricht erhalten, dass heute morgen NOEMI zur Welt gekommen ist. Ganz herzliche Gratulation und viel Glück mit eurem Sonnenschein, Anita und Eddy, und ein HERZLICHES WILLKOMMEN an Noemi.
Nach genauem Studium der Strassenkarte entschieden wir uns, nach Pismo Beach zu fahren und den Wäschesack, den Marco während des DDC dort vergessen hatte, abzuholen. Das Hotel schien nicht fähig gewesen zu sein, diesen wie abgemacht nach San Franzisco zu senden. Anschliessend wollten wir über den Highway 1 gemütlich bis Big Sur fahren. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
Kaum in Pismo Beach angekommen, sahen wir zuerst einen Outlet und auf dessen Parkplatz … eine Camperausstellung. Da mich seit unserer Ankunft hier Wunder nimmt, wie die von aussen so gediegen wirkenden Vehikel innen aussehen, musste ich da hin. Bis 380'000 USD, ohne Taxen, kann man hinblättern. Dann hat man aber Designerglaslavabo, Ledersessel, beidseitigen Slide out und und und. Anschliessend gingen wir noch für Noemi shoppen. Die amerikanischen Kleidergrössen haben wir auch langsam im Griff.
Und dann fuhren wir los, auf dem berühmten Highway 1 der Küste entlang Richtung Norden. Eins vorneweg: es ist die falsche Richtung, aus Norden kommend ist die Aussicht noch spektakulärer, fährt man doch näher dem Kliff entlang. Marco war begeistert: da er nichts langweiliger findet als gerade Strassen, kam er hier voll auf die Rechnung. Mancher Autofahrer, der etlichen Respekt vor dieser kurvenreichen Strecke hatte, ging freiwillig auf die Seite, als wir mit unserem Ungestüm nahten. Eigentlich wollte ich heute endlich auch einmal fahren, aber Marco hatte Angst, dass Kalifornien um einen Felsen ärmer sein würde, wenn ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen würde. Glück gha.
Vom Camperaussteller erhielten wir noch einen Ausflugstipp am Highway 1: Hearst Castle soll eine Wucht sein. Es ist eine amerikanische Version von Neuschwanstein. Verschiedene Stilrichtungen bilden dieses pompöse Gebäude. Die Amerikaner sind begeistert. Das lässt schon aufhorchen. In den 1940er Jahren liess W.R. Hearst für 1 Mio. USD (!) eine Eiche um 20 Fuss (ca. 6 m) versetzen, damit er einen Anbau seinen Wünschen entsprechend umsetzen konnte. Die Reiseführerbeurteilung, dass wir Europäer entweder von ungläubigem Staunen oder blankem Entsetzen befallen werden, liess uns auf diesen Besuch verzichten. Die gekauften Ansichtskarten bestätigen, dass unser Entscheid richtig war.
So mittendrin und nach einem Fotostopp, sank unser Stimmungsbarometer allerdings: die Benzinanzeige war bedenklich bei Leer. Und wir mitten im Nirvana. Lucia war der nächste eingezeichnete Ort auf der Landkarte. Fehlanzeige. Ein Restaurant und ein Shop. Was nun? Bis Big Sur waren es noch 25 Meilen. Also 12 Meilen zurück, denn, so haben wir erfahren, gibt es dort eine Tankstelle. Glück gha, es reichte, auch wenn wir für die Gallone über 4 USD bezahlen mussten. Bei schönem Wetter hätten wir dafür vielleicht Wale beobachten können.
Wieder zurück Richtung Norden. Kurz vor Big Sur begann es zu regnen. Die Campingplätze, idyllisch im Wald gelegen, der reinste Morast. Ob wir morgen noch herausgekommen wären, eher fraglich. Also weiter. Entweder nur Wohnwagen oder kleinere –mobile gestattet. So sind wir schliesslich in Monterey gelandet wo wir den letzten Abstellplatz ergattern konnten und morgen sowieso hinwollten. Glück gha.
11. April 2006 - Coalinga -> Highway 1
Mist - 10. April 2006
10.04.06 00:30:44
Der Tag begann schon sehr erfreulich: ein Ungestüm von einem RV liess neben unserem Camper den Motor warmlaufen, und dies vor 7.00 Uhr morgens. Des Besitzers Kumpanen palaverten entsprechend der zu übertönenden Motorengeräusche.
Der Ausblick auf einen weiteren Tag voll schöner Impressionen liess uns den Aerger schnell vergessen und auch wir machten uns bald auf den Weg Richtung Stovepipe Wells, 20 Meilen nördlich von unserem Nachtlager. Frohen Mutes machten wir uns auf für die Wanderung. Sara hatte leider ein Riesenproblem: der Sand in den Schuhen (von Barfusswanderungen wird hier dringend abgeraten). Wer weiss, dass Stovepipe Wells Sanddünen sind, kann erahnen wie gross ihr Problem wirklich war. Nachdem sie sich aber mit der unabänderlichen Tatsache abgefunden hatte, fand sie sogar Freude an unserer Unternehmung. Ihr nächstes Problem lauerte aber rund um sie herum: Welches ist der feinste Sand, um mit in die Schweiz genommen zu werden? Es erfolgte eine Analyse und Diskussion nach der anderen. Das Röhrchen wurde gefüllt, und wieder geleert. Und dies etliche Male.
Wir hatten beschlossen, nur den südlichen Teil des Death Valley zu besuchen. Also machten wir uns auf Richtung Parkausgang. Hinweise wie „Void overheating next 20 miles, turn off A/C“ und immer wieder aufgestellte Kühlwassertanks liessen uns erahnen, wie es hier zugehen kann. Unermüdlich kämpfte sich unser Camper über die gewundene Passstrasse von ca. 100 Feet unter Meeresgrund auf beinahe 5'000 Feet. Und dann, sinnigerweise, wieder hinunter. Erste rauchende Bremsen bei anderen Vehikeln waren bald auszumachen.
Auch auf diesem Teilstück strahlte Marco: Mit dem Nissan vom DDC fuhren sie die nicht enden wollenden Bodenwellen natürlich auch an der Grenze des Machbaren. Der Kommentar der Amerikaner „We reached the max of suspension“. Und: „You also like downhill, right?“, nachdem Marco diese nach ein paar Kurven weit hinter sich liess.
Eine faszinierende Landschaft tat sich uns auf: eben noch einem Palmenhain entlang, fuhren wir nach der Bergkuppe durch Laubbaumbestände. Oder die Bergkette: am Fuss bewachsen, die Mittelzone kahl, die Spitzen wieder mit kleinen Bäumen dekoriert.
Beim Lake Isabella wunderten wir uns zuerst über die vielen Camper entlang des Seeufers. Wäre es möglich gewesen, ihre Besitzer wären mit ihnen in den See gefahren. Einige Parkmanöver sahen doch recht gewagt aus. Hier wollten wir die 178 verlassen und auf der 155 weiterfahren. Nach wenigen Meilen hiess es für uns aber leider umkehren, da Gefährte unserer Grösse nicht zugelassen waren.
Kurze Zeit später wurde der Himmel dunkler und es dauerte auch nicht lange, bis es zu regnen begann. Um Bakersfield CA regnete es in Strömen. Werbung wie "Rain for rent" tönen da etwas komisch. Kein Wunder ist die Gegend hier von einem satten Grün. Vorbei an Orangenplantagen (wir haben nun den Beweis, dass wir für Orangen in der Schweiz zuviel bezahlen, denn die Villen der Plantagenbesitzer lassen vermuten, dass es ihnen sehr gut geht) und Olivenhainen fuhren wir Richtung Sequoia NP. Der Regen liess zum Glück nach und wir kamen unserem Ziel immer näher.
In Lemon Cove begrüsste uns tatsächlich ein zitronenhafter Duft. Und leider auch eine wenig erfreuliche Nachricht: Im Sequoia NP sind Fahrzeuge von mehr 22 Feet Länge nicht gestattet. Und dies erfahren wir 10 Meilen vor dem Parkeingang! Wir blieben noch guten Mutes und hofften, dass eventuell ein Shuttle zum Giant Forrest angeboten würde. Aber als wir 2 Meilen vor Parkbeginn das NP-Info Radio endlich empfangen konnten hiess es, dass die meisten Strassen wegen Schnee von 170 bis 200 cm Höhe gesperrt seien. Schneeketten auch für 4 Wheelers obligatorisch. Wir fuhren bis zum Parkeingang weiter, konnten es nicht fassen, hörten die Nachrichten nochmals. Viel Zeit und Meilen verloren. Wir hätten schon an der Küste sein können. Der Nationalpark war schon wenige Meilen nach Bakersfield signalisiert, dass sein Besuch praktisch unmöglich war, wurde erst 100 Meilen später mitgeteilt.
Wütend machten wir kehrt. Irgendwann meldeten die Mädchen ihren Hunger. Kein Wunder, es war schon halb acht. Wir hatten noch in Three Rivers eingekauft. Freuten uns auf ein feines Znacht. Gekocht haben wir nur innerlich. Gelandet sind wir im McDonalds, die Mädchen hat’s gefreut.
Und jetzt? Marco ist so stinksauer, dass er weiterfahren will. Die Mädchen arbeiten in ihrem Camperbüro und scheinen sich von der Enttäuschung, den grössten Baum der Erde nicht sehen zu können, erholt zu haben. Ich schreibe, auch noch mit einer gehörigen Wut im Bauch, den Tagesbericht und wir alle hoffen, dass wir auch zu später Stunden in einem Campingplatz noch Einlass erhalten.
…
Es ist jetzt 10 Uhr abends. Wir haben an der Interstate 5 in Caolinga noch einen Campingplatz gefunden. In guter Gesellschaft befinden wir uns auch: nur 5 Meilen entfernt befindet sich ein State Prison.
Und auch jetzt, nach wiederholter Durchsicht unserer Unterlagen, haben wir keinen Hinweis betreffend Fahrzeuglänge im Sequoia NP gefunden. Auch nicht gefunden haben wir ein Wireless Lan. Sorry, folks!
PS: Als ob dies nicht schon alles genug war, donnert Marco seinen Kopf noch gegen eine, zum Glück gerundete, Hängeschrankkante…
10. April 2006 - Death Valley->Sequoia->Coalinga
Sicheres Tal des Todes - 9. April 2006
09.04.06 00:09:37
Da Marco gestern Nacht doch noch erfolgreich ein Drahtlosnetzwerk angezapft hat, musste ich heute morgen zuerst die gestrigen Eindrücke zu „Papier“ bringen. Auch ausgeschlafen und mit etwas Distanz wirkt Las Vegas beeindruckend.
Im Wissen, nur eine relativ kurze Etappe von ca. 160 Meilen vor uns zu haben, gingen wir es gemütlich an. Auch Fotografierstopps gab es ab und zu wieder ;-) Aufgefallen ist uns kurz nach Las Vegas ein Corvette Club, der anscheinend ein Meeting veranstaltete, ca. 25 dieser Flundern kamen uns auf dem Highway No 95 North entgegen.
„In the middle of nowhere“ diskutierten wir noch, welche Route wir definitiv fahren wollten. Wir entschieden uns dann, über Beatty zu fahren, da dort in der Nähe eine Geisterstadt aus der Goldgräberzeit zu bewundern sei. Ein Reinfall, wie sich später herausstellte, könnte aus jedem Reiseführer gestrichen werden. Doch Beatty selber (es soll 3'300 Einwohner haben, wo allerdings, ist uns schleierhaft) verfügt trotz seiner Abgelegenheit über eine ausgezeichnete Infrastruktur: High School, Medical Center, Sheriff, Justice Court, Bank of America-Filiale, Casinos… und aus vergangener Zeit einen Saloon.
Von Beatty aus fuhren wir weiter nach Süden ins Death Valley. Zur Zeit werden gerade Belagsarbeiten an der „Hauptstrasse“ durchgeführt, Armi Cheibe, die in dieser Hitze teeren müssen. Es ist beeindruckend, über diese Passstrasse ins Tal einzufahren wohlwissend, dass es hier locker über 50°C werden kann. Der Griff zur Wasserflasche erfolgt bei solchen Gedanken schon fast automatisch. Den Wasservorrat hatten wir in Beatty zum Glück noch aufgestockt. Während 13 Meilen ging es immer auf abfallender Strasse ins Tal hinein. In der Ferne glänzten die weissen Salzfelder.
Kurz vor Furnace Creek begann Marco zu strahlen. Erinnerungen an den Dunlop Drivers Cup kamen ihm in den Sinn: Ruedi und er hatten am Morgen die Anweisung erhalten, nicht nach Roadbook zu tanken, sondern erst eine Tankstelle später. Also fuhren sie los. Ueber Funk wurden sie dann aber nach ein paar Meilen zurückgepfiffen. Da sie die Strecke nun kannten und auch wussten, dass keine Sheriffs unterwegs waren, gaben sie Gas. Vollgas. Sehr zur Freude der bereits fertig getankten anderen Nissans, die ihnen entgegenfuhren.
Furnace Creek: Eine auf Touristenbedürfnisse eingerichtete Oase in dieser Einöde. Einen Standplatz zu finden war hier kein Problem, hat es doch gleich drei Campingplätze.
Nach der für National Parks obligaten Registrierung fuhren wir gleich weiter nach Badwater, dem tiefstgelegenen Punkt der Erde. Die Höhe des Meeresspiegels ist an der östlichen Bergkette markiert, er liegt 88.5 m höher als unser Standort. Beruhigend, die relativ hohe Bergkette auf der westlichen Talseite zu sehen (bis 3'368 m, Telescope Peak), die verhindern wird, dass das Tal vom Pazifik geflutet wird. Beim Spaziergang auf dem getrockneten Salz wehte uns ein warmer, salziger und vor allem sehr starker Wind um die Ohren.
Auf dem Rückweg wollte Marco uns den Artists Palette zeigen, eine relativ schmale und sehr gewundene Strasse zwischen Felsformationen hindurch. Leider war für unser Wohnmobil hier das erste Mal Endstation: Gefährte über 25 Feet dürfen nicht durchfahren. Den Devils Golf Course liessen wir freiwillig links liegen und fuhren weiter zum Golden Canyon. Dieser Teil des Death Valley NP ist erst seit ein paar Jahren geöffnet und soll vor allem bei morgendlichen Sonnenschein sehr schön sein. Leider verzog sich die Sonne während unseres Besuches hinter einer dicken Wolke und der Wind, einmal von vorne, einmal von hinten, wirbelte doch etliche Sandkörner durch die Luft, so dass wir unsere Exkursion nach rund ¼ der Strecke abbrachen und zum Campingplatz zurückfuhren. Der Wind weht hier immer noch sehr stark, aber sonst wäre es vermutlich vor Hitze gar nicht auszuhalten. Es sollen heute um die 30°C gewesen sein.
Fazit nach dem ersten Tag im Tal des Todes: Hier ist es sicherer wie in Las Vegas, wenn man an all die Schiessereien in unmittelbaren Nachbarschaft denkt, die in den NBC Las Vegas News für die zwei vergangenen Tage vermeldet wurden. Und an die fast ununterbrochen heulenden Polizeisirenen wollen wir keine weiteren Gedanken verschwenden. (Ueli, mach de Rita bitte de Schnaps parat!)
9. April 2006 – Las Vegas -> Death Valley
Es werde Licht - 8. April 2006
08.04.06 08:12:21
Ehrlich gesagt, gestern war ich nach unserem Ausflug nach Las Vegas zu müde, um auch nur noch eine Taste zu drücken. Heute, bei strahlendem Sonnenschein, fühle ich mich doch wieder besser, so dass ich euch unsere Eindrücke vom gestrigen Tag mitteilen kann.
Der erste Eindruck: They are crazy! Es ist alles riesig, überdimensioniert und verschwenderisch.
Vor allem das Wasser: Wir haben ja bereits berichtet, dass der Lake Powell, einem Wasserreservoir für Las Vegas, unter Wassermangel leidet, aber hier in der Stadt blüht und grünt es, künstliche Wasserfälle und andere Wasserspiele findet man allenthalben. Schön anzuschauen ist es aber trotzdem, das geben wir gerne zu.
Und dann die Kasinos. Geflippert wird hier, auf Teufel komm raus. Poker, Roulette und was es sonst noch gibt. Diskret angelegt die Zonen, wo die Einsätze höher sein dürfen. Dazwischen die immer weiblichen Servicemitarbeiter, die in kurzen Röckchen die Kundschaft zum Trinken animieren. Aber auch Mitarbeiterinnen mit den bei uns eher ausgestorbenen Bauchläden trifft man hier noch an. Und dann natürlich die Sicherheit: eine Ueberwachungskameras auf höchstens 10 Quadratmeter und immer wieder Herren im dunklen Anzug mit dem Knopf im Ohr.
Die Mädchen durften auch in die Kasinos rein, nur genaues Hinschauen war für sie verboten und sie durften die Spielinseln nicht betreten. Das heisst, dem meistens unifarbenen Teppich folgen, der die Gehwege markiert.
Ich habe mich auch einer meiner Lieblingsbeschäftigungen hingeben können, dem Leute beobachten: Da gibt es Kreaturen, erbarmenswürdig. Abgestürzt, durch Spielsucht und Alkohol. Dann sind da die Möchtegern-Reichen die in ihren Warenhausroben und billigen, daher unstabilen High Heels durch die Kasinos zu flanieren versuchen. Und die, die es sich leisten können, hier den einen oder anderen Dollar zu verlieren. Die werden allerdings diskret durch VIP-Eingänge geschleust, vorbei am gemeinen Fussvolk (findet man eben nur heraus, wenn man sich in den riesigen Palästen verläuft). Und immer wieder Kunden, die verzweifelt ihre Taschen nach einem weiteren, vielleicht dem Glück bringenden Dollar durchsuchen.
Für Sara und Jasmin war das „Circus Circus“ am spannendsten, denn da gibt es auch ein Kasino für Kinder. Für mehr oder weniger Geld dürfen sich die kleinsten Gäste vor allem an Wurfspielen versuchen. 6 Dollar haben die beiden erfolgreich verloren, und wir haben daher beschlossen, später etwas zu „gänggele“, denn da weiss man was man hat. Aber süchtig werden können auch schon die Kleinsten, denn immer wieder machen Eltern Geld locker, damit ihre Lieblinge vielleicht doch noch ein Erfolgserlebnis haben werden.
Dem Namen entsprechend, gibt es hier jeweils auch kurze Zirkusvorführungen. Im grössten Zirkuszelt der Welt wird in der Manege gegambelt und in der Kuppel Akrobatik gezeigt.
Am Abend wurde dann der weltbekannte Zauber Las Vegas' auch für uns sichtbar: Millionen von Lichtern und Lämpchen erhellten die Stadt. Für Astronomen der reinste Horror was die Lichtverschmutzung betrifft. Und die Stadt wachte auf und begann erst so richtig zu leben. Nicht, dass wir tagsüber alleine unterwegs gewesen wären!
Ach ja: Bilder werden eines Tages auch noch ins Netz gestellt. Aber vorerst dürft ihr eure Fantasie walten lassen. Marco hat letzte Nacht bis um 2.00 Uhr keine Mühen gescheut und ein Wireless Lan aufgespürt. Sein Kommentar zu diesem Thema in unserem Gästebuch nachzulesen.
(Kommentar Marco: kein Wunder haben viele Campingplätze kein WLAN !!!)
7. April 2006 - Bryce Canyon -> Las Vegas
Schwankungen - 7. April 2006
07.04.06 00:55:19
Mit meiner Prognose betreffend einer kalten Nacht lag ich fast richtig, denn es wurde seeehr kalt. Um drei Uhr morgens weckten uns die Mädchen weil sie froren. Also wurde unser sonst schon enges Bett zum Familiennest. Es war einige Grad unter Null und sehr ungemütlich. Kein Wunder, befanden wir uns auf über 2´400 m.ü.M.
Wider Erwarten konnten wir dann aber bis um 8.00 Uhr schlafen. Also war nichts mit dem Sonnenaufgang im Bryce Canyon. Wir beschlossen daher, den ganzen Canyon abzufahren und beim Rainbow Point, dem höchst- und entferntest gelegenen Aussichtspunkt auf 2´714 m.ü.M mit der visuellen Erforschung zu beginnen. Es liegt noch soviel Schnee, dass ohne passendes Schuhwerk nicht an eine Wanderung zu denken ist. Jasmin war deswegen nicht unglücklich. Der Farbintensität der rot-orangen Felsen (Eisenoxid) wird durch den weissen Schnee dafür umso intensiver. Auch motorisiert dauert es über zwei Stunden, bis man alle View Points abgefahren ist und die Aussicht genossen hat. An dieser Stelle muss noch festgehalten werden, dass wir unser Wissen betreffend Baumgrenzen revidieren müssen, denn die schönsten Kiefernwälder sind hier zu bewundern.
Eigentlich hatten wir zwei Uebernachtungen im Bryce Canyon eingeplant, aber erstens machte uns eine weitere Nacht bei diesen Temperaturen gar nicht an und die eingeplante Zeit für die Wanderung benötigten wir unter diesen Umständen auch nicht. Also machten wir uns im Laufe des Nachmittags auf wieder Richtung Süden.
Ausserhalb des Bryce Canyon machten wir noch kurz Halt im Red Canyon. Die Felsen sind hier tatsächlich so rot, wie sie auf Ansichtskarten zu bewundern sind. Einfach kitschig schön. Anschliessend ging es weiter vorbei an lieblichen Flusslandschaften, wo die Flüsse ihren eigenen Weg suchen können und durch eine, noch von einer kompakten Schneedecke bedeckten Hochebene auf über 3´000 m.ü.M. Hier gingen Marco´s und meine Meinung betreffend Fotohalt gewaltig auseinander, so dass hier ein Filmriss vermerkt werden muss, denn Beweismaterial besteht unsererseits keines. Erst in der Wüste Nevadas, nach rund 100 Meilen schmollen beiderseits nahmen wir die Beweisaufnahme wieder auf. Soviel zu den Schwankungen No 1.
Nun zu No 2. Der ortskundige Leser ist beim Lesen des vorherigen Abschnittes vermutlich stutzig geworden. Zu recht, denn wir wissen, dass wir noch in der Schweiz grossartig verkündet hatten, Las Vegas links liegen lassen zu wollen. Aber genau hier sind wir jetzt gelandet, hatten Glück und einen der raren Mobile Home Standplätze ergattern können. Uns hier wiederzufinden ist allerdings ein Schock verschiedenster Art: Ersten ist es hier um rund 20°C wärmer als noch im Bryce Canyon, aber definitiv angenehmer. Zweitens sind wir seit fünf Tagen erstmals wieder in grösserer Zivilisation angekommen. Es ist lärmig, stinkig und überfüllt hier. Was wir aber auf diesem Campingplatz immer noch nicht haben, ist Internetzugang.
Und zum Tagesabschluss noch eine erschreckende Nachrichten aus den NBC-Late News: Bush kommt nach Las Vegas! Er will für irgend eine gemeinnützige Organisation Geld sammeln helfen. Für 500 USD ist man dabei, für 1´600 USD darf man sich mit ihm ablichten lassen. Zum Glück findet dieses Grossereignis erst Ende April statt…
Ein harter Tag - 6. April 2006
06.04.06 00:54:35
Heute wollten wir früh losfahren, denn erstens mussten wir unsere Fahrt auf dem Lake Powell streichen, da die stürmischen Winde ein Auslaufen aller Schiffe verunmöglichte und, zweitens, war es nur knapp eine Meile weiter bereits wieder eine Stunde später und da an unserem Tagesziel, dem Bryce Canyon NP nur ein Campingplatz geöffnet sein soll, wollten wir früh dort sein, um einen der raren Stellplätze zu ergattern. Das mit dem früh Aufstehen hat noch gut geklappt. Dann aber bekamen wir Abschiedsbesuch von unseren Campingnachbarn und so wurde es doch wieder später bis wir den Glen Canyon verlassen konnten.
Von Beginn weg wehte uns ein sehr stürmischer Wind entgegen. Eigentlich wollte ich heute das Steuer einmal übernehmen, da Marco von heftigen Kopfschmerzen geplagt wurde, so aber war es sicherer, dass Marco uns gegen Norden fuhr. Nicht nur Marco hatte zu kämpfen, auch unser Camper hatte grosse Mühe gegen den Wind und die immer wieder steil aufwärts führende Strasse anzukommen.
Wiederum durch herrliche und abwechslungsreiche Landstriche Utah’s erreichten wir gegen 15.00 Uhr die Gegend um den Bryce Canyon und wir glaubten unseren Augen nicht, als wir noch reichlich Schnee vorfanden. Ein Blick auf die Landkarte zeigte uns, dass wir uns auf rund 2'000 m ü.M. befanden. Eine weitere Notiz im Reiseführer teilte uns mit, dass der März der schneefallreichste Monat sei. Im Information Center wurden wir darüber aufgeklärt, dass wir mit einem Tagesmaximum von rund 8°C rechnen dürfen, in der Nacht selbstverständlich um die Nullgradgrenze. Vorgestern waren es -4°C. Kein Wunder, die vielen Eiswarnungen entlang der Strasse.
Jetzt richten wir uns auf eine kühle, sorry kalte Nacht ein. Eine Heizung hätten wir in unserem Mobile Home schon, aber die macht einen solchen Lärm, dass an einen geruhsamen Schlaf nicht zu denken ist. Also wird Kuschele eine der Warmhaltemethoden sein. Ach, wie kann Campen schön romantisch sein.
Wir wissen, dass etliche von Euch regelmässig unsere Homepage aufsuchen, um Informationen über unsere Reise zu erfahren. Das Tagebuch wird auch allabendlich à jour gebracht, aber leider sind wir seit vergangenem Sonntag vorwiegend in Nationalparks unterwegs und hier ist Internet nicht zugänglich. Das gleiche gilt für den Natelempfang. Wir haben heute zwar erfahren, dass in jeder öffentlichen Bibliothek ein Internetanschluss gratis zur Verfügung steht, aber diese Möglichkeit haben wir noch nicht ausprobiert.
6. April 2006 - Lake Powell (Page) -> Bryce Canyon
Ein nicht wirklich gemütlicher Tag - 5. April 2006
05.04.06 08:52:52
Mitten in der Nacht begann es plötzlich heftig an unserem Camper zu rütteln. Ein sturmartiger, aber immer noch warmer Wind liess uns den Wetterwechsel erahnen. Am Morgen regnete es dann auch prompt und dies passte auch zur Stimmung von uns Erwachsenen, hatten wir ja auch noch ein unangenehmes Problem zu lösen.
Regen ist in dieser Region mehr als willkommen, denn der Lake Powell hat im Moment nur ca. 46% der durchschnittlichen Wassermenge und da dieser See als Reservoir für Städte wie Las Vegas und Los Angeles dient, wäre es dringend notwendig, wenn die Niederschläge, welche an der Westküste zuviel sind, hier niedergehen würden.
Zuerst aber genossen wir ein ausgiebiges Frühstück. Dann machten wir uns auf nach Page um eine Reparaturwerkstätte für RV’s zu suchen. Es war bereits nach zwei Uhr nachmittags, als die Toilette repariert und wir um 65 (!) Dollars ärmer waren. Wir ärgerten uns gewaltig, denn die Reparatur hatte keine 20 Minuten gedauert! Wie wir später von unseren Campingnachbarn erfuhren, dürfen hier die vollen Stunden verrechnet werden, auch wenn die Reparaturarbeiten nur einen Bruchteil davon dauern.
Da uns noch Lebensmittel fehlten, fuhren wir nochmals zum Wal Mart. Uns muss der Aerger noch tief gesessen haben, denn wir liessen uns, von den anderen Einkaufenden inspiriert, zu einem Kauf hinreissen, denn wir noch bereuen sollten: Wir packten doch tatsächlich Hamburger ein, welche nur noch aus der Verpackung genommen und in der Mikrowelle erwärmt werden mussten. En Guete! Morgen gibt es wieder etwas Vernünftiges auf den Teller.
Auch Hausfrauenpflichten waren noch zu erledigen. Also los in die Wäscherei. Normalerweise wartet Mann/Frau in der Laundry bis die Maschinen ihre Arbeit erledigt haben. Als Zeitvertreib gilt allgemein Lesen. Ich zog es vor, mich in den Camper zurückzuziehen. Ein letzter Abendspaziergang wollten wir eigentlich machen, als wir die getrocknete Wäsche holen wollten. Es wurde dann zu einer Diskussionsrunde über Bush, das amerikanische Wahlsystem, Prognosen die nächste Präsidentschaft betreffend und und und. Unsere Diskussionspartner meinten auch, dass sie erst dann wieder nach Europa reisen würden, wenn sie wieder mit Stolz sagen könnten „We are Americans“. Momentan scheint es auf der Welt nur wenige amerikanischen Touristen zu geben, denn alle geben sich nach Möglichkeit als Kanadier aus…
Ein etwas komischer Tag fand dann noch einen wunderschönen Abschluss: Plötzlich überspannte ein an Farbintensität nicht zu überbietender Regenbogen den Lake Powell. Das eine oder andere Essen könnte deswegen darunter gelitten haben, denn es war „Camera time“. Auch Sara zückte ihre Pocket Camera, hatte sie ihrem Gotti doch versprochen, einen Regenbogen zu fotografieren. Dass es ein solch grandioser sein würde, hätte niemand zu träumen gewagt.
5. April 2006 - Page
Gross, grösser, grandios - 4. April 2006
04.04.06 08:52:02
Brrr! Mit dieser Bemerkung wachten wir heute morgen alle auf. Es war .…kalt in unserem Camper. Natürlich hatten wir gewohnheitsgemäss die Heizung über Nacht nicht eingeschaltet. Aber warum war es so kalt? Draussen schien doch die Sonne vom strahlendblauen Himmer? Erst einige Zeit später realisierten wir, dass wir auf 2000 m ü/M übernachtet hatten. Kein Wunder also, dieser „Kälteeinbruch“.
Nach einem warmen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Grand Canyon. Unser erster Eindruck dieses Naturwunders: Wow! Auch in den Weiten dieses Landes kommt der Grand Canyon voll zur Geltung. Wir glauben, dass auch Bilder diese Grösse nicht einfangen können, und trotzdem haben wir, dem Touristenstandard entsprechend, zu Hauf Bilder geschossen, ich jedenfalls bis die Batterien meiner Fotokamera leer waren.
Wir machten einen ausgedehnten Spaziergang dem Canyon entlang. Den Abstieg wollten wir nicht wagen, dauert er doch mind. 4 Stunden, zurück muss man das Doppelte rechnen und an einem Tag ist die ganze Tour auch nicht zu empfehlen.
Zuerst noch der Südkante des Grand Canyon folgend, wo der eine oder andere Aussichtspunkt zum nochmaligen Verweilen einlud, machten wir uns dann auf den Weg Richtung Lake Powell. Nach der gestrigen Monsteretappe war die heutige ein wahrer Katzensprung.
Obwohl die Landschaft eher zur kargeren Sorte gehört, war sie trotzdem von faszinierender Schönheit. Nach rund 150 Meilen kamen wir in Page an. Dort erregte aber zuerst der Wal Mart unsere Aufmerksamkeit. Unsere Einkaufszentren können einpacken. Nach ausgiebigem Shopping machten wir uns dann auf den Weg Richtung Glen Canyon NP und dem Lake Powell. Kurz nach Einfahrt in den Glen Canyon wurden wir von der in der Abendsonne liegenden Landschaft Arizonas in den Bann gezogen. Wir wären sehr enttäuscht gewesen, hätten wir hier nicht übernachten können.
Wir schlossen auch bald Bekanntschaft mit unseren Campingnachbarn, ein pensioniertes Ehepaar aus Minnesota, welches während zwei Monaten den Südwesten der USA bereist. Unter anderem kamen wir auch auf die aktuelle Zeit zu sprechen, denn es herrscht einiges an Verwirrung. Sicher, wie viel Uhr es nun nach Abschluss der Diskussion war, waren wir alle nicht. Nur soviel war sicher: eine Meile weiter, in Utah wird es entweder eine Stunde später oder vielleicht auch eine Stunde früher sein.
Nach einem gemütlichen Abend gab’s dann leider auch noch Aerger: unsere Campertoilette versagte ihren Dienst. Details sollen Euch erspart bleiben.
4. April 2006 - Grand Canyon NP -> Lake Powell (Glen Canyon NP)
Unerwarteter Besuch und ein Jobangebot - 3. April 2006
03.04.06 08:49:57
Zuerst dies: VIELEN HERZLICHEN DANK! Soviele von Euch haben an mich gedacht und mir zum Geburtstag via SMS gratuliert. Und auch vielen Dank an die Ich habe sie erst gegen 12.00 Uhr Mittag Ortszeit lesen können, da wir im Joshua Tree NP keinen Empfang hatten. Und antworten kann ich nicht, denn ich habe meinen Prepaid-Saldo aufgebraucht. Für ein Zweiminutengespräch mit Marco innerhalb Kalifornien durfte ich stolze 36 Schweizer Franken bezahlen... und das Guthaben war weg.
Jetzt aber zur Fortsetzung des Berichtes von gestern. Von den Rangern bekamen wir keinen Besuch. Aber kaum war ich gestern Abend eingeschlafen, wurde ich schon wieder geweckt, weil Marco mit „Beseli und Schüfeli“ bewaffnet im vorderen Teil des Campers herumfuchtelte. Ich fragte für was das gut sein sollte, worauf ich die Antwort bekam, dass er mir dies besser nicht sage. Also legte ich mich wieder hin und versuchte weiterzuschlafen. Nach ein paar Minuten schien mir Marco’s Antwort aber ins Bewusstsein gedrungen zu sein, denn ich wollte nun doch genaueres wissen und erhielt die Auskunft, dass eine Maus sich bei uns eingeschlichen habe. Eine MAUS! Ausgerechnet. Der etwas wackelige Tisch war definitiv keine Fluchtmöglichkeit. Also zog ich meine Bettdecke sicherheitshalber ganz auf’s Bett und harrte der Dinge die da noch auf mich zukommen werden. Zu meiner trügerischen Sicherheit baute Marco eine Petflaschenbarrikade auf vor dem Schlafzimmereingang. Und zum Glück war ich von meinem kalifornischen Lieblingswein so müde, dass ich bald wieder ein- und sogar ohne Albträume durchschlafen konnte.
Am Morgen weckte uns strahlender Sonnenschein. Und ein erster Blick aus den Fenstern liess uns staunen. Riesige und kleinere Felsbrocken lagen um uns herum. Tönt langweilig, ist es aber nicht. Eine Antwort auf die Frage wie sie auf- und ineinander geraten sind habe ich in keinem Reiseführer gefunden. Auf alle Fälle sieht es faszinierend aus. Dazwischen finden sich immer wieder Palmen oder andere Sträucher. Für die Mädchen war hier natürlich ein Kletterparadies und unser erstes Frühstück im Freien konnten wir auch geniessen.
Nach einem Spaziergang durch einen Teil des riesigen Campingplatzes machten wir uns auf die Weiterfahrt. Unser Ziel war irgendwo zwischen Joshua Tree und Grand Canyon. Nachdem wir unserem Camper wieder Flüssignahrung zugeführt hatten, es waren „nur“ 55 Gallonen à 3,78 Liter, fuhren wir Richtung Nordosten. Irgendwann stiessen wir auf die legendäre Route 66. Durch Steppenlandschaften, in diesem Fall vor allem der Mojave Wüste, zieht sich diese Strasse endlos dahin. Aufgelockert nur durch Ansammlungen von Briefkästen, deren Besitzer ihr Haus irgendwo in der Steppe haben, oder durch „Shoe Trees“, wo spendable Touristen ihre mehr oder weniger zerschlissenen Schuhe aufgehängt haben.
Nach einem ausgiebigen Halt in Needles fuhren wir auf der Interstate 40 Arizona entgegen. Nach Kingman wollte ich unbedingt zurück auf die Route 66 weil sie gilt hier als der noch ursprünglichste Teil. Vor allem Hackberry musste ich gesehen haben. Viel zu sehen gab es dann zwar nicht, aber das, was da war, lohnte sich auf jeden Fall: Hackberry’s General Store trägt seinen Namen zu recht. Ein solches Sammelsurium an Ausstellungsstücken, Verkaufsartikeln und Erinnerungsstücken aus aller Herren Länder gibt es nur einmal zu bewundern. Und dies alles zu Musik aus den 50ern. Vor dem Laden runden alte Tanksäulen, verrostete Autofracks und zwei schreiende Esel das Bild ab. Dieser Umweg hat sich auf alle Fälle gelohnt. Gäll Schätzeli!?! Bleiben hätte ich auch können, vom Shopbesitzer erhielt ich ein Jobangebot. In dieser Athmosphäre arbeiten wäre nicht das Dümmste.
Sara und Jasmin waren heute wieder Riesenschätze. Sie waren in ihrem Camperbüro so mit schreiben, malen und lesen beschäftigt, dass wir beschlossen, weiterzufahren, bis es ihnen zu langweilig wird. Ja, und jetzt sind wir schon beim Grand Canyon angelangt. Heute haben wir aufgeholt, was wir durch schlechte Witterung an der Küste und Lädele gestern an Zeit verloren haben. Und unser Vehikel hat für morgen bereits wieder Nachschub gefordert.
3. April 2006 - Joshua Tree NP -> Grand Canyon NP
Outlets und Natur pur - 2. April 2006
02.04.06 08:48:22
In der Nacht wurde auch hier in Kalifornien auf die Sommerzeit gewechselt. Obwohl wir schon früh aufstanden, war es schon wieder spät. Nachdem wir den Camper reisetauglich eingeräumt hatten, fuhren wir los Richtung Palm Springs. Und da wir eigentlich vor hatten, heute „Meilen zu fressen“, fuhren wir vor allem auf Highways. Kurz vor Palm Springs sprang mir dann allerdings ein Hinweisschild für einen Nike Outletshop in die Augen und da ich für meine Neffen noch einen Auftrag zu erfüllen hatte, musste Marco natürlich anhalten. Der Nike Shop war aber nicht alleine, weitere 150 Outlets sind in diesem Shoppingcenter angesiedelt und so waren im Nu über zwei Stunden vergangen und wir um ein paar Dollars ärmer.
Weiter fuhren wir nach Palm Springs. Keine gute Idee, dies ausgerechnet an einem Sonntag zu tun: Die Stadt war voll von Menschen und fahrbaren Untersätzen und einen freien Parkplatz zu finden für ein Vehikel in der Grösse wie dem unseren unmöglich. Also gab es eine Stadtbesichtigung vom Mobile Home aus und weiter fuhren wir Richtung Joshua Tree NP.
Zwischenzeitlich war es bereits nach fünf Uhr nachmittags. Die langsam untergehende Sonne tauchte die Steppen und Berge in warmes Licht. Aufgefallen ist uns, dass, wie von Menschenhand geplant, Landstriche mit gewissen Pflanzen bewachsen sind. So gab es z. B. eine Strecke, wo Sträucher, Besen ähnlich, zu sehen waren. Und etwas weiter waren plötzlich links und rechts der Strasse tausende von Kakteen zu sehen. Und wie sie angefangen haben, hörten sie wieder auf.
Jetzt sind wir auf dem Campingplatz beim Jumbo Rock. Wie dieser Fels aussieht, können wir noch nicht sagen, denn es war bereits stockfinstere Nacht als wir hier angekommen sind und einen freien Stellplatz gesucht haben. Ob wir wirklich hier stehen dürfen, wissen wir auch nicht 100%ig, aber wir hoffen, dass uns kein Ranger aus dem Schlaf holen wird und uns mit einer Busse belegen will.
2. April 2006 - San Diego -> Joshua Tree NP
Ein gemütlicher Tag - 1. April 2006
01.04.06 07:35:05
Heute Morgen haben wir beschlossen, noch eine weitere Nacht auf dem Campland Mission Bay zu verbringen. So konnten wir San Diego Downtown gemütlich erkunden gehen.
Gestartet sind wir beim Seaport Village. Es handelt sich dabei um ein Quartier in dem man vornehmlich Geschäfte, Restaurants und ab und zu auch Strassenkünstler antrifft. Eine südamerikanische Musikergruppe weckte unsere Aufmerksamkeit, so dass wir schon nach kurzer Zeit eine erste Rast einlegten um den Musikern zuzuhören.
Dem Hafen und Convention Center entlang gingen wir weiter ins Gaslamp Quarter. Dieses Quartier aus dem 19. Jahrhundert wurde vor dem Abriss gerettet und sollte eigentlich am Abend erkundet werden um seinen Charme ganz geniessen zu können. Beim Schlendern durch die Strassen wurden wir von einem Restaurant angezogen, in dem eine heitere Stimmung zu herrschen schien. Und da wir sowieso Hunger hatten, betraten wir „Dick’s last resort“. Jimi, der Kellner, erteilte einem weiblichen Gast gerade eine Time out-Strafe indem er sie mitsamt Stuhl in eine Ecke zog. Vor seinen Sprüchen war kein Gast sicher und für gute Unterhaltung so gesorgt.
Auf dem Weiterweg ins Horton Plaza Centre machten wir schon wieder Halt, diesmal im Hard Rock Cafe. Sara und Jasmin waren von der lauten Rockmusik begeistert. Endlich niemand der ihnen sagte, die Musik leiser zu stellen.
Nach einem kurzen Abstecher und einigen wenigen Einkäufen im Horton Plaza gingen wir weiter Richtung Hafen. Zwei riesige Kreuzfahrtschiffe und deren Hupen hatten unsere Aufmerksamkeit geweckt. Wir machten es uns am Pier gemütlich, bis einer der beiden Ozeanriesen sich mit Hupen und stampfenden Dieselmotoren Richtung offener See verabschiedete.
Jetzt stand für uns noch eine wichtige Mission auf dem Programm: Für Evelyne Tom Cruise finden. Was liegt da näher, als die Top Gun-Bar aufzusuchen? Dank Sascha’s Wegbeschreibung (vielen Dank, es stimmte alles ganz genau) fanden wir den Schuppen, in dem 1985 die Schlussszene zu „Top Gun“ gedreht wurde, auf Anhieb. Das Lokal überlebt vermutlich nur noch, weil nach wie vor viele Fans diesen Platz aufsuchen, denn Investitionen erlebte dieses Lokal schon lange keine mehr. Kein Wunder, hält sich Tom Cruise auch nicht mehr hier auf. Sorry, Evelyne!
Auf dem Rückweg zum Campingplatz wollten wir aber einen Besuch in Old Town, der Geburtsstätte San Diegos, nicht verpassen. Diese Altstadt mit ihren restaurierten oder z.T. nachgebauten Gebäuden steht im Umfeld des ursprünglichen Stadtplatzes an unbefestigten Strassen. Leider waren wir erst am Abend hier, so dass die meisten Gebäude für Besucher bereits geschlossen waren, aber die vielen warmen Lichter, die mexikanische Musik und der Duft aus den verschiedenen Restaurantsküchen hinterlassen einen angenehmen Eindruck.
Eine etwas nasse Angelegenheit - 31. März 2006
31.03.06 17:51:39
Schon die Begrüssung im Sea World war feucht: es begann zu regnen. Allerdings sollte sich im Laufe des Tages herausstellen, dass die uns immer wieder begleitenden kleineren Nieselregen nichts waren im Vergleich zur Wassermenge, die man beim Besuch der verschiedensten Bahnen und Shows abbekommen kann. Die Delfin- und Orkashows waren unsere ersten beiden Tagesziele. Es ist von Vorteil, bei solchen Anlässen nicht zuvorderst sitzen zu wollen, denn klebt auf dem Sitzbank das Schild "Soakzone, have you really great chance to get wet". Und wenn Orka Shamu mit seiner Schwanzflosse ausholt, dann spritzt es gewaltig.
Den Walrössern statteten wir auch einen Besuch ab. Sie waren gerade beim Dinieren. Wer diesen Kolössern beim Fressen zugeschaut hat, verzichtet vorläufig auf das Verspeisen von Fisch. Details wollen wir hier nicht weitergeben.
Auch einen Besuch im 4D-Kino machten wir. Vor Spuck- und Nassszenen wird gewarnt, denn auch hier gilt: nicht nur in der ersten Reihe sondern mittendrin!
Mittendrin fühlt man sich auch im Haifischbecken. Durch einen gläsernen Tunnel geht man da und hat die Möglichkeit, die Beisserchen dieser Raubtiere von allen Seiten zu betrachten.
Zum Abschluss des Tages ging Marco mit den Mädchen noch auf zwei Wasserbahnen. Mein Magen steht solchen Aktivitäten zum Glück ablehnend gegenüber, so dass ich als einzige trocken beim Camper ankam.
Ein zwiespältiges Gefühl begleitete mich den ganzen Tag: die Tiere werden in relativ kleinen Bassins gehalten, auch wenn es die grössten der Welt sein sollen. Tiergerecht kann man dies sicher nicht nennen. Aufgefallen ist auch, dass die Verkaufsflächen für Merchendising-Artikel und zur Bewirtung der Besucher sicher grösser ist als der Raum, der den Tieren zum Leben zur Verfügung gestellt wird. Für Sara und Jasmin waren diese Tatsachen natürlich nicht relevant. Sie waren glücklich, Delfine, Orkas, Eisbären, Pinguine, Haie und viele mehr einmal in Natura betrachten zu können.
31. März - 1. April 2006 - San Diego
Murmeltiere? - 30. März 2006
30.03.06 17:51:03
Nachdem Marco dem Campingplatzvermieter dank eines etwas unglücklichen Wegfahrmanövers bei der teilweisen Liquidation eines Baumes behilflich war, ging unsere Reise weiter Richtung San Diego. Auf dem berühmten Highway 1 resp. 101 fuhren wir der Küste entlang bis nach La Jolla, wo wir der Beach entlang einen ausgiebigen Spaziergang machten. In einer felsigen Bucht angekommen, erwarteten uns ca. 100 schlafende ... Ja, wenn man das wüsste. Sara's spontane Analyse lautete Murmeltiere, Marco's und mein erstauntes Nachfragen veranlasste Jasmin zu schweigen. Bei genauerem Betrachten konnten sich die Mädchen dann aber darauf einigen, dass es sich eindeutig um Seehunde handeln musste, die, in der Sonne liegend, den Frühling genossen.
Nach einem weiteren Spaziergang, diesmal durch La Jolla selbst, und einem wirklich guten Espresso in einem französischen Café, fuhren wir weiter Richtung Sea World. Auch hier war es einfach, einen Campingplatz zu bekommen. Hier bestätigte sich dann, was wir schon seit gestern vermutet hatten: Unsere Campergrösse ist absoluter Standard. Mit kleineren Gefährten fällt man eher auf, mit grösseren wird man aber auch nicht bewundert, es ist hier einfach alltäglich. Nur wir staunen ob Luxusgefährten die von aussen einem Reisebus ähneln und die dank verschiedentlich ausfahrbaren Seitenteilen zu kleinen Ferienvillen umfunktioniert werden können. Zudem wird oftmals noch ein Anhänger angekoppelt, damit das Familienauto auch mitgenommen werden kann.
30. März 2006 - Anaheim -> San Diego
Tue ich wirklich das Richtige? - 29. März 2006
29.03.06 17:50:30
Heute ging es früh los. Auf Anraten des Receptionisten holte uns das Taxi bereits um halb sechs für den Transfer zum Flughafen ab. Dank des netten Herrn konnten wir im Airport Hilton dann 2 Kaffees, 2 Schoggi und 3 Gipfeli für satte 28 Dollar geniessen... Mit dem Shuttle ging es dann zur Camper-Station. Schnell wurde mir klar, mit welchem Vehikel wir die nächsten zwei Wochen Kalifornien kennenlernen wollten. Mein Magen begann sich zu melden. Oder waren es nur die Nerven? Sehnsüchtig gingen meine Blicke zu kleineren Campern, beruhigend wirkte der Anblick von noch grössereren Mobile homes. Um etwas sinnvolles zu tun, begann ich unser neues temporäres Zuhause einzurichten. Marco verstand meine Nervosität natürlich nicht. Klar, wer den DDC auf dem 4. Platz beendet für den ist das Führen eines 32 Feet-Mobile Homes ein Kinderspiel. Die Mädchen hatten sich auch bereits eingerichtet und sassen vergnügt am Tisch und waren in ihrem neuen "Büro" beschäftigt.
Der effektive Start unserer Rundreise und das von Marco versprochene GPS beruhigten mich dann aber auch nicht, im Gegenteil. Anhand einer vom Vermieter zur Verfügung gestellten Strassenskizze machten wir uns auf die Suche nach einem Elektronikfachhändler und einem Einkaufszentrum, welches für grosse Fahrzeuge einen geeigneten Parkplatz zur Verfügung stellte. Zum ersten Mal lernten wir die Dimensionen Amerika's wirklich kennen: Was auf der Skizze aussah, als läge es gleich um die Ecke, ist in Wirklichkeit Meilen entfernt. Na ja, gefunden haben wir beide Läden. Nur der GPS-Kauf erweist sich als schwieriger als vermutet, da wir kein ganzes System sondern nur eine Laptop-Version kaufen möchten. Unser GPS heisst bis auf weiteres BEA.
Wir beschlossen dann, Richtung Disneyland in Anaheim zu fahren. Praktisch auf Anhieb fanden wir einen Campingplatz und das erste Einparkieren gelang auch relativ mühelos. Ich war froh, die ersten 45 Meilen unserer Reise überstanden zu haben und wir genossen den anschliessenden Besuch im Disneyland in vollen Zügen. Erst beim Verlassen dieses Resorts wurde mir klar, dass man sich im Disneyland wie in eine anderen Welt versetzt fühlt. Jasmin war etwas enttäuscht, dass sie bei Schneewittchen zu keiner persönlichen Audienz zugelassen wurde. Jedesmal wenn sie anstehen wollte, wurde die Warteschlange geschlossen. Dafür gab es dann aber in Mickey's Haus noch eine Ueberraschung: Voellig unerwartet stand er vor den Mädchen und sie durften ihn umarmen und sich mit ihm fotografieren lassen.
29. März 2006 - Los Angeles -> Anaheim
It never rain's in California - 28. März 2006
28.03.06 17:49:23
Heute kamen die Mädchen problemlos aus den Federn und auf das Frühstück in unserem Hotel verzichteten sie gerne freiweillig, denn schliesslich wartete im Roosevelt Hotel Marco auf uns. Wie wir Marco gefunden hatten, war ich kinderlos, denn Sara und Jasmin waren froh, ihren besten Papi der Welt (sie überreichten ihm zur Bestätigung auch ein entsprechendes Diplom) endlich wieder zu haben. So hatte ich Zeit, mir das Roosevelt ein bisschen genauer zu studieren. Auch wenn es bereits in die Jahre gekommen ist, ist der Glamour vergangener Tage noch gut zu erahnen. Und die Mitarbeiter sind sich der Tradition des Hauses bewusst und benehmen sich entsprechend. Sogar für das lausige Wetter hat sich ein Doorman entschuldigt.
Nachdem die DDC-Crew abgereist war, begaben wir uns, zusammen mit den noch in LA verbleibenden Fahrern, zum Frühstück. Und dann wollten Jasmin und Sara Marco den Hollywood Blvd mit den vielen Sternen, vor allem natürlich jenen von Mickey Mouse, zeigen. Auch das eine oder andere Mitbringsel wollte gekauft sein. Es regnete aber wie aus Kübeln, so dass wir schon nach wenigen Metern pflotschnass waren und uns entschieden, zum Trocknen und Aufwärmen in unser Hotel zurückzugehen. Gummistiefel haben wir natürlich nicht mitgebracht aus der Schweiz, denn wir glauben, wenn uns Insider vorsingen "It never rains in California".
Durch die starken Regenfälle ist uns die Lust auf einen Besuch in Beverly Hills mit dem R...
Reise durch den wilden Westen der USA
Nachlese – 18. April 2006
18.04.06 00:33:37
Schöne Erinnerungen werden uns bleiben, von Ferien die wir wirklich sehr genossen haben. Voll gesaugt sind wir mit gegensätzlichen Eindrücken: gross, schön, kalt, warm, still, lärmig, weit, tief, hoch, eng, offen, stur, arm, reich. So und noch viel anders haben wir den Westen Amerikas kennen gelernt. Einen kleinen Teil davon nur, denn ein solch grosses Land kann unmöglich in so kurzer Zeit ganz erfasst werden, einige Rosinen haben wir herausgepickt.
Diese Reise hätten wir aber nie machen können, wenn wir nicht auf so zahlreiche Unterstützung hätten zählen können:
Fritz vom Reisebüro, der uns mit seinen Tipps die Organisation von Flügen, Camper, Hotels etc. sehr erleichtert hat und auch noch letzte Wünsche und Aenderungen für uns arrangiert hat.
Andrea und Sascha, Brigitta und Erwin, Käthi und Beat, Heike und Hanspeter die mit uns ihr Insiderwissen von bereits besuchten Orten geteilt haben.
Barbara, die uns drei Frauen zum Bahnhof gefahren und so zu einem ruhigen Start in unser Abenteuer verholfen hat.
Joli, die unser Haus gehütet und geschaut hat, dass auch die Pflanzen unsere Abwesenheit überlebt haben.
Brigitta und Erwin, die unser Büsi Minou in die Ferien genommen haben, und Fredy, der seinen Ferienkollegen mit Katersruhe ertragen hat.
Euch allen ein HERZLICHES DANKESCHÖN!
Auch möchte ich an dieser Stelle nochmals all jenen danken, die an meinen Geburtstag gedacht haben. Viele SMS durfte ich schon in Kalifornien lesen, zu Hause warteten dann nochmals viel Post und auch Geschenke auf mich.
Aber auch herzlichen Dank für das Interesse an unseren Reiseberichten. Euer Feedback macht Freude.
"Nur" noch Erinnerungen – 16./17. April 2006
17.04.06 20:53:28
Ausgeruht wurden wir heute nicht vom Güselwagen sondern vom Radio geweckt. So waren wir guten Mutes, dass heute auch das Frühstück weniger chaotisch sein würde. Und tatsächlich, die vielen Take away-Gäste blieben heute vornehmlich aus und wir ergatterten auch einen Tisch, der von der Zugluft verschont blieb.
Mit der hoteleigenen Limousine wurden wir dann zum Flughafen gebracht. Dort wurden unsere technischen Fähigkeiten noch auf eine neue Probe gestellt: Da wir im Besitz von E-Tickets waren, durften wir selber einchecken. Es ist doch angenehmer, wenn dies für einem erledigt wird. Nur das Gepäck wird einem nach dem Wägen abgenommen. Wir vermuteten, dass wir ein oder zweimal überladen haben könnten und hatten uns auch schon auf’s Umpacken vorbereitet. Aber denkste: Der freundliche Herr nahm zwei Etiketten mit der Aufschrift „Heavy Luggage“ und machte sie an den Koffern fest. Das war’s. Ein letztes Shoppen und es war Zeit zu boarden. Mit einer halben Stunde Verspätung, infolge einer nicht richtig schliessenden Türe, welche ev. mit Klebband repariert wurde (gesehen haben wir nur die Rolle, Details dazu aber nicht), ging es um 14.30 Uhr Ortszeit los. Ein sehr ruhiger Flug wurde es. Als die Mädchen dann allerdings endlich etwas schliefen, wurden sie von der Durchsage, dass nun ein kleiner Imbiss serviert würde, wieder geweckt.
In Frankfurt a/Main kamen wir dann trotz verspätetem Abflug 40 Minuten vor Flugplan an. Die Flughafenmitarbeiter waren so überrascht, dass sie schlicht weg kein Bodenpersonal zur Verfügung hatten und wir warten mussten, bis wir aussteigen durften.
Wir hatten gewartet, bis das Flugzeug sich geleert hatte um dem Geschupse zu entgehen. Vor dem Gate erwartete uns eine Riesenmenschenschlange, welche mit dem Metalldetektor gecheckt wurde. Wir glaubten unseren Augen nicht und meinten schon „die Deutschen spinnen ja noch mehr wie die Amis was die Einreise betrifft“. Mit der Zeit haben wir dann gemerkt, dass diese Menschschlange auf einen Flug wollte, und wir in die andere Richtung gehen mussten. Wir hatten nicht realisiert, dass wir infolge Mitarbeitermangel in die Abflugshalle hinauf gelotst worden waren. Aber auch Pfeuti’s merken früher oder später wo's lang geht. Dafür drehte unser Gepäck bereits seine Runden, bis wir beim Gepäckförderband ankamen.
Während der Wartezeit bis zur Abfahrt unseres Zuges genossen wir ein europäisches Frühstück. Das im Flugzeug hatte uns nicht wirklich zugesagt. Ueber Basel fuhren wir bis nach Brugg. Dort schauten wir vergeblich nach einem Taxi, welches gross genug für uns und unser Gepäck gewesen wäre. Also drängten wir uns auf die Rückbank, das Gepäck wurde im Kofferraum und auf dem Beifahrersitz verstaut. Um halb fünf Uhr waren wir wieder zuhause und unsere Reise gehört bereits wieder den Erinnerungen an.
16./17. April 2006 - San Francisco -> Frankfurt -> Hägglingen
Schlussspurt – 15. April 2006
15.04.06 23:01:09
Der gestrige Tag fand einen lärmigen Ausgang: In unserem Nachbarzimmer sind zwei nette Herren eingezogen, die standesgemäss einen kleinen Schosshund bei sich hatten. Leider durfte der kleine Liebling nicht mit in den Ausgang und so vertrieb er sich die Zeit mit Kläffen. Kleine Ursache, grosses Uebel.
Jetzt zu unseren Erlebnissen des letzten Tages in San Francisco: Sara war mit ihren Schulaufgaben etwas in Rückstand geraten und da es regnete wollte sie diese etwas aufarbeiten.
So beschlossen Jasmin und ich, uns nochmals auf die O.C.-TShirt-Jagd zu machen. Wir waren wirklich in allen möglichen Läden Downtown, aber leider erfolglos.
Da es zwischenzeitlich wieder etwas aufgeklart hatte, setzten wir unseren Stadtrundgang fort. Zu Fuss machten wir uns auf den Weg zum wenige Blocks entfernten Cable Car Museum.
Schon faszinierend, welche Idee in den 1870er Jahren in die Tat umgesetzt wurde. Viel geändert hat sich seit der Inbetriebnahme 1873 nicht: Nach wie vor ist die Arbeit des
Gripman (Greifermann),
der den Seilgreiferhebel des antriebslosen Kabelwagens bedient, keine leichte. Auch die Aufgabe des Bremsers ist bei der Steilheit der Strassen und des Eigengewichts der Wagen von je 6 Tonnen, nicht zu unterschätzen.
Auch Jasmin hatte noch einen Wunsch: sie wollte unbedingt den
"spitzigen Turm" (Transamerica Pyramid) von nahem sehen. Ebenfalls zu Fuss machten wir uns auf den Weg. Dort angekommen kämpften wir zuerst mit der Grösse dieses Gebäudes: Auch diagonal passte es auf kein Foto. Selber schuld wenn man den Weitwinkel im Hotel vergisst.
Leider ist er für den Publikumsverkehr geschlossen. Aber um trotzdem noch einen Blick von oben auf San Francisco werfen zu können, spazierten wir durch China Town bis zum Coit Tower, welcher 1933 als Denkmal für die Freiwillige Feuerwehr Frisco's errichtet wurde. Mit einem klapprigen Lift fuhren wir bis wenige Meter unter die Aussichtsplattform und genossen einen ersten und vorläufig auch letzten Rundblick über San Francisco. Begleitet wurden wir dabei von zwei Glockengeläuten die uns sehr stark an Big Ben erinnerten. Eigentlich sollte man diesen Aussichtspunkt unbedingt zuerst aufsuchen, um sich einen ersten Ueberblick über die Stadt zu verschaffen.
Zurück gingen wir durch Little Italy wo es von guten aber zum teil auch teuren italienischen Ristoranti nur so wimmelt. Da Jasmin und Sara sich dem amerikanischen Fast Food nicht abgeneigt zeigten, mussten wir sie wieder einmal mit Pasta locken. Es wurde ein gemütlicher Ausklang unserer Ferientage im Westen Amerikas.
Jetzt stehen unsere gepackten Koffer bereit. Morgen heisst es für uns
Bye bye America - Grüezi Schwiiz!
Glaube nie den Meteorologen - 14. April 2006
14.04.06 01:22:01
Ein SMS aus der Schweiz holte uns um halb neun aus dem Schlaf. Eigentlich müssen wir dankbar sein, denn draussen schien die Sonne vom stahlblauen Himmel. Zuerst hatten wir ein paar Telefonanrufe zu erledigen, dann ging es zum Frühstück. Eine chaotische Angelegenheit: lärmig, windig und ungewöhnlich: In unserem Hotel gibt es keinen Frühstücksraum für Hotelgäste. Das Zmorge muss in einem der beiden öffentlichen Restaurants eingenommen werden. Ein ständiges Kommen und Gehen, vor allem durch Take away-Gäste, ist durch die zentrale Lage des Hotels gewährleistet.
Anschliessend versuchten wir, wider besseren Wissens, beim Hotel auf den Cable Car zu kommen. Wir nahmen dann doch den Bus, der uns bis zur Golden Gate Bridge brachte. Die Sonne schien zwar immer noch mehr oder weniger vom Himmel, aber der Wind hatte im Vergleich zu gestern mächtig aufgefrischt und war an dieser exponierten Stelle besonders gut zu spüren.
Dieses Bauwerk wurde während der Wirtschaftskrise zwischen 1933 und 1937 für nur 35 Mio. Dollar erbaut, ist 2'332 m lang, max. 227 m hoch und die dicksten Kabelstränge sind 92,4 cm dick.
600'000 Nieten waren nötig, die letzte ist aus purem Gold. Sie ist imposant anzuschauen in ihrem für Brücken atypischen rot. Eigentlich sollte sie grau werden, aber dem Chefingenieur hatte die Brücke nach dem Rostschutzanstrich so gut gefallen, dass er auf weitere Farbe verzichtete. Eine weise Entscheidung. Natürlich wollten wir wenigstens einen Teil der Brücke begehen. Durch den starken Verkehr (rund 100'000 Autos pro Tag) und den starken Wind war es schon etwas wackelig und Sara fühlte sich nicht sehr wohl, sie klammerte sich richtiggehend an Marco fest. Jasmin fand die ganze Sache kuul.
Anschliessend fuhren wir mit dem Bus Richtung Fisherman’s Wharf. Dort wollten wir Ueli’s Tipp folgend den Ghirardelli Square mit verschiedenen Geschäften und Restaurants besuchen. Es handelt sich dabei um eine ehemalige Schokoladefabrik die noch heute die weltberühmte Süssigkeit anbietet. Wir Schweizer haben die schlangestehende Kundschaft nur belächelt, denn wir hatten im Hotel Besseres im Kühlschrank.
In der Nähe besuchten wir ein Irisches Pub und staunten nicht schlecht über ein Getränk auf der Karte: Swiss Coffee mit Peppermint Schnaps and Cacao Cream. Wir erklärten dann, dass Obstler oder Kirsch eher zu uns Schweizern passen würde. Zum Essen ist das Tiernan’s aber sehr zu empfehlen.
Da sich in der Ferne Regen ankündigte, wollte Marco auf ein weiteres Anstehen für eine Cable Car Fahrt verzichten, sondern mit dem Bus zurück zum Hotel fahren. Als wir dann zum Hotel zurückgingen, spürten wir tatsächlich auch erste Regentropfen. Aber das war’s dann auch schon.
Wechsel - 13. April 2006
13.04.06 00:19:38
Heute hiess es Abschied nehmen von den grossen Weiten Amerika’s Westen und von unserem Zuhause der letzten 15 Tage. Die letzten Sachen zusammenpacken und zur RV Abgabestation fahren. Sara und Jasmin waren schon etwas wehmütig, denn sie hatten es seeeehr genossen, wie ein fahrbares Schloss sei es gewesen.
Da die Campervermietung nur Shuttledienste zum Intern. Airport anbieten, liessen wir uns mal dahin bringen. Neue Stadt, neu organisierte öV. Mit der Metro fuhren wir bis ins Stadtzentrum, von da aus ging es nur 500 m bis zu unserem Hotel, aber da Marco seine DDC-Reisetasche schultern musste, waren es lange 500 m und diese immer bergauf.
Weil Regen angesagt war, entschieden wir uns, nach einer kurzen Rast im Hotel sofort mit der Stadtbesichtigung zu beginnen. Um soviel wie möglichst zu sehen, entschieden wir uns, mit dem Cable Car Richtung Fisherman’s Wharf zu fahren. Bis man allerdings ein solches Gefährt besteigen darf, heisst es zuerst anstehen, und zwar mit Geduld. Ein Zusteigen auf der Strecke ist eher schwierig, da die Cars eher überfüllt sind als leer, es empfiehlt sich, die Ansteherei an den Ausgangsstationen auf sich zu nehmen um dann sicher mitfahren zu können.
Eine Besichtigung der Golden Gate Bridge und Alcatraz aus der Ferne musste vorerst genügen, dann Fisherman’s Wharf und Pier 39. Im „Swiss Louis“ Pier 39 gabs Pizza und Nudeln, und dies in Begleitung der Seelöwen, die das Pier 39 ganz in Beschlag genommen hatten und faul, wie den sonst, in der Sonne lagen. Nur Gezänk war ab und an zu vernehmen. Unserem japanischen Kellner brachten wir noch ein paar Brocken Schiizerdütsch, äxgüsi, Bärndütsch bei, die er talentiert nachsprach.
Zur Verdauung machten wir noch einen Spaziergang zur Lombard Street, der „kurvenreichsten Strasse der Welt“. Acht Haarnadelkurven sind entlang eines Häuserblocks zu bewältigen. Die Kurven sind das eine, die Steilheit der Strasse hier ist ein zusätzliches Handycap für viele Autofahrer. Marco liess dies nur lächeln.
Da es schon am Einnachten war, hatten wir Glück und konnten hier auf den Cable Car zusteigen. Während der Fahrt staunten wir nicht schlecht, als der Bremser während eines Haltes den Cable Car verliess um in einem an der Strecke liegenden Geschäft etwas zu besorgen. Wieder zurück zog er die Glockenschnur, um dem Gripman (Carführer) anzuzeigen, dass die Fahrt weitergehen kann.
Fazit des heutigen Tages: es ist wieder eng und lärmig. Und unser temporäres Zuhause wackelt auch nicht mehr bei Wind und Kinderhüpfen. Die Zivilisation hat uns wieder.
13. April 2006 - San Leandro -> San Francisco
Ein schöner Abschluss - 12. April 2006
12.04.06 00:24:18
Heute morgen wurden wir durch ein sehr regelmässiges Geräusch geweckt: Regentropfen. Das Wetter passte zu unserem heutigen Plan: Wir wollten das Monterey Bay Aquarium besuchen. Es sollte eine Ueberraschung für Sara und Jasmin werden. Zudem ärgerte es mich nicht allzu sehr, dass wir Big Sur keinen Besuch mehr abstatten konnten.
Wir fuhren durch ein romantisches Städtchen, das sich Schmetterlings-Stadt nennt. Gesehen haben wir keinen. Eigentlich wollte ich auf dem Rückweg wieder hier durchfahren, um ein paar Bilder zu schiessen. Die äusseren Umstände hielten mich aber davon ab.
Schon kurz nach dem Parkplatz konnten wir Dutzende Robben beobachten, welche sich von riesigen Wellen ins Meer ziehen liessen um anschliessend wieder an Land zu robben. Einige zeigten uns sogar ihre Schwimmkünste in der Bucht. Sie waren nicht ganz so faul wie ihre Kollegen in La Jolla.
Ein Besuch des Monterey Bay Aquariums lohnt sich wirklich und ist dem SeaWorld vorzuziehen. Die Kinder können hier ihr Wissen auf spielerische Art erweitern und in speziell eingerichtet Becken, unter Aufsicht und mit kindsgerechten Erläuterungen, Meerestiere berühren, heute waren es Rochen, verschiedene Seesterne, Seeigel und Wasserschnecken. Jasmin musste zu ihrem Glück fast gezwungen werden und dann wollte sie nicht mehr gehen. Wo Jasmin ebenfalls sehr nahe an den Aquarien klebte, war bei den Quallen. Schon von weitem hatte sie diese, trotz ihres schlechten Rufes, sehr anmutigen und filigranen Lebewesen gesichtet. Und dies auch gleich allen Besuchern kundgetan.
Auch ich wollte unbedingt die Rochen berühren, allerdings braucht es dazu etwas Geduld und Glück, denn oftmals drehen die Rochen kurz vor einem ab und vorbei ist die Möglichkeit. Das Ziel meiner Wünsche näherte sich dann allerdings doch noch und ich tauchte meinen Arm ins Wasserbecken. Geschafft! Leider hatte ich vergessen, dass irgendwann meine hochgeschobenen Aermel kommen, nachher waren sie nass, pflotschnass, und ich am frieren. Der Shop konnte mir einen neuen Pullover verkaufen. Jetzt wisst ihr auch, wieso ich künftig für diesen Ort Werbung machen werde. Da es sich hier aber, so glauben wir wenigstens, um eine gute Sache handelt, kann ich ja dazu stehen. Die Tiere werden in wirklich riesigen Meerwasseraquarien gehalten. Zudem setzen sich die Mitarbeiter aktiv für den Tierschutz ein. Und für uns ein weiterer positiver Punkt: Als Non-Profit-Unternehmen sind die Eintrittspreise im Vergleich zu anderen Institutionen moderat.
Dummerweise waren auf dem Weg vom Aquarium zum Camper Outletshops angesiedelt. Wir besuchten nur Reebok. Das genügte. Anschliessend machten wir uns auf den Weg nach Frisco. Weit kamen wir nicht, denn es gab Stau. Bei nächstbester Gelegenheit parkten wir unser Mobil und Marco begann zu kochen, während ich das Packen in Angriff nahm. Als wir wieder aufgeräumt hatten, hatten wir freie Strassen. Da es auch beim Verlassen des Aquariums immer noch geregnet hatte, hatten wir nicht den Highway 1, sondern den Freeway genommen, denn bei dem Wetter zu fahren, ist nicht besonders angenehm. Und dann dies: im Osten der Vollmond, und im Westen, von der Küste her? Strahlendes Abendrot. Frust, aber auch Hoffnung auf besseres Wetter für unseren Aufenthalt in San Francisco. Die Campingplatzmitarbeiterin gab uns heute abend aber den Rat, die warmen Kleider nicht zu weit wegzupacken…
Und was wir auf dem Freeway auch noch gesehen haben: Ein Auto auf dem steht: "2008 End of an error!" Wir haben noch niemanden getroffen, der anderer Meinung wäre.
12. April 2006 - Monterey -> San Leandro
Glück gha - 11. April 2006
11.04.06 00:27:44
Heute begann der Tag wirklich erfreulich: wir haben die schöne Nachricht erhalten, dass heute morgen NOEMI zur Welt gekommen ist. Ganz herzliche Gratulation und viel Glück mit eurem Sonnenschein, Anita und Eddy, und ein HERZLICHES WILLKOMMEN an Noemi.
Nach genauem Studium der Strassenkarte entschieden wir uns, nach Pismo Beach zu fahren und den Wäschesack, den Marco während des DDC dort vergessen hatte, abzuholen. Das Hotel schien nicht fähig gewesen zu sein, diesen wie abgemacht nach San Franzisco zu senden. Anschliessend wollten wir über den Highway 1 gemütlich bis Big Sur fahren. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
Kaum in Pismo Beach angekommen, sahen wir zuerst einen Outlet und auf dessen Parkplatz … eine Camperausstellung. Da mich seit unserer Ankunft hier Wunder nimmt, wie die von aussen so gediegen wirkenden Vehikel innen aussehen, musste ich da hin. Bis 380'000 USD, ohne Taxen, kann man hinblättern. Dann hat man aber Designerglaslavabo, Ledersessel, beidseitigen Slide out und und und. Anschliessend gingen wir noch für Noemi shoppen. Die amerikanischen Kleidergrössen haben wir auch langsam im Griff.
Und dann fuhren wir los, auf dem berühmten Highway 1 der Küste entlang Richtung Norden. Eins vorneweg: es ist die falsche Richtung, aus Norden kommend ist die Aussicht noch spektakulärer, fährt man doch näher dem Kliff entlang. Marco war begeistert: da er nichts langweiliger findet als gerade Strassen, kam er hier voll auf die Rechnung. Mancher Autofahrer, der etlichen Respekt vor dieser kurvenreichen Strecke hatte, ging freiwillig auf die Seite, als wir mit unserem Ungestüm nahten. Eigentlich wollte ich heute endlich auch einmal fahren, aber Marco hatte Angst, dass Kalifornien um einen Felsen ärmer sein würde, wenn ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen würde. Glück gha.
Vom Camperaussteller erhielten wir noch einen Ausflugstipp am Highway 1: Hearst Castle soll eine Wucht sein. Es ist eine amerikanische Version von Neuschwanstein. Verschiedene Stilrichtungen bilden dieses pompöse Gebäude. Die Amerikaner sind begeistert. Das lässt schon aufhorchen. In den 1940er Jahren liess W.R. Hearst für 1 Mio. USD (!) eine Eiche um 20 Fuss (ca. 6 m) versetzen, damit er einen Anbau seinen Wünschen entsprechend umsetzen konnte. Die Reiseführerbeurteilung, dass wir Europäer entweder von ungläubigem Staunen oder blankem Entsetzen befallen werden, liess uns auf diesen Besuch verzichten. Die gekauften Ansichtskarten bestätigen, dass unser Entscheid richtig war.
So mittendrin und nach einem Fotostopp, sank unser Stimmungsbarometer allerdings: die Benzinanzeige war bedenklich bei Leer. Und wir mitten im Nirvana. Lucia war der nächste eingezeichnete Ort auf der Landkarte. Fehlanzeige. Ein Restaurant und ein Shop. Was nun? Bis Big Sur waren es noch 25 Meilen. Also 12 Meilen zurück, denn, so haben wir erfahren, gibt es dort eine Tankstelle. Glück gha, es reichte, auch wenn wir für die Gallone über 4 USD bezahlen mussten. Bei schönem Wetter hätten wir dafür vielleicht Wale beobachten können.
Wieder zurück Richtung Norden. Kurz vor Big Sur begann es zu regnen. Die Campingplätze, idyllisch im Wald gelegen, der reinste Morast. Ob wir morgen noch herausgekommen wären, eher fraglich. Also weiter. Entweder nur Wohnwagen oder kleinere –mobile gestattet. So sind wir schliesslich in Monterey gelandet wo wir den letzten Abstellplatz ergattern konnten und morgen sowieso hinwollten. Glück gha.
11. April 2006 - Coalinga -> Highway 1
Mist - 10. April 2006
10.04.06 00:30:44
Der Tag begann schon sehr erfreulich: ein Ungestüm von einem RV liess neben unserem Camper den Motor warmlaufen, und dies vor 7.00 Uhr morgens. Des Besitzers Kumpanen palaverten entsprechend der zu übertönenden Motorengeräusche.
Der Ausblick auf einen weiteren Tag voll schöner Impressionen liess uns den Aerger schnell vergessen und auch wir machten uns bald auf den Weg Richtung Stovepipe Wells, 20 Meilen nördlich von unserem Nachtlager. Frohen Mutes machten wir uns auf für die Wanderung. Sara hatte leider ein Riesenproblem: der Sand in den Schuhen (von Barfusswanderungen wird hier dringend abgeraten). Wer weiss, dass Stovepipe Wells Sanddünen sind, kann erahnen wie gross ihr Problem wirklich war. Nachdem sie sich aber mit der unabänderlichen Tatsache abgefunden hatte, fand sie sogar Freude an unserer Unternehmung. Ihr nächstes Problem lauerte aber rund um sie herum: Welches ist der feinste Sand, um mit in die Schweiz genommen zu werden? Es erfolgte eine Analyse und Diskussion nach der anderen. Das Röhrchen wurde gefüllt, und wieder geleert. Und dies etliche Male.
Wir hatten beschlossen, nur den südlichen Teil des Death Valley zu besuchen. Also machten wir uns auf Richtung Parkausgang. Hinweise wie „Void overheating next 20 miles, turn off A/C“ und immer wieder aufgestellte Kühlwassertanks liessen uns erahnen, wie es hier zugehen kann. Unermüdlich kämpfte sich unser Camper über die gewundene Passstrasse von ca. 100 Feet unter Meeresgrund auf beinahe 5'000 Feet. Und dann, sinnigerweise, wieder hinunter. Erste rauchende Bremsen bei anderen Vehikeln waren bald auszumachen.
Auch auf diesem Teilstück strahlte Marco: Mit dem Nissan vom DDC fuhren sie die nicht enden wollenden Bodenwellen natürlich auch an der Grenze des Machbaren. Der Kommentar der Amerikaner „We reached the max of suspension“. Und: „You also like downhill, right?“, nachdem Marco diese nach ein paar Kurven weit hinter sich liess.
Eine faszinierende Landschaft tat sich uns auf: eben noch einem Palmenhain entlang, fuhren wir nach der Bergkuppe durch Laubbaumbestände. Oder die Bergkette: am Fuss bewachsen, die Mittelzone kahl, die Spitzen wieder mit kleinen Bäumen dekoriert.
Beim Lake Isabella wunderten wir uns zuerst über die vielen Camper entlang des Seeufers. Wäre es möglich gewesen, ihre Besitzer wären mit ihnen in den See gefahren. Einige Parkmanöver sahen doch recht gewagt aus. Hier wollten wir die 178 verlassen und auf der 155 weiterfahren. Nach wenigen Meilen hiess es für uns aber leider umkehren, da Gefährte unserer Grösse nicht zugelassen waren.
Kurze Zeit später wurde der Himmel dunkler und es dauerte auch nicht lange, bis es zu regnen begann. Um Bakersfield CA regnete es in Strömen. Werbung wie "Rain for rent" tönen da etwas komisch. Kein Wunder ist die Gegend hier von einem satten Grün. Vorbei an Orangenplantagen (wir haben nun den Beweis, dass wir für Orangen in der Schweiz zuviel bezahlen, denn die Villen der Plantagenbesitzer lassen vermuten, dass es ihnen sehr gut geht) und Olivenhainen fuhren wir Richtung Sequoia NP. Der Regen liess zum Glück nach und wir kamen unserem Ziel immer näher.
In Lemon Cove begrüsste uns tatsächlich ein zitronenhafter Duft. Und leider auch eine wenig erfreuliche Nachricht: Im Sequoia NP sind Fahrzeuge von mehr 22 Feet Länge nicht gestattet. Und dies erfahren wir 10 Meilen vor dem Parkeingang! Wir blieben noch guten Mutes und hofften, dass eventuell ein Shuttle zum Giant Forrest angeboten würde. Aber als wir 2 Meilen vor Parkbeginn das NP-Info Radio endlich empfangen konnten hiess es, dass die meisten Strassen wegen Schnee von 170 bis 200 cm Höhe gesperrt seien. Schneeketten auch für 4 Wheelers obligatorisch. Wir fuhren bis zum Parkeingang weiter, konnten es nicht fassen, hörten die Nachrichten nochmals. Viel Zeit und Meilen verloren. Wir hätten schon an der Küste sein können. Der Nationalpark war schon wenige Meilen nach Bakersfield signalisiert, dass sein Besuch praktisch unmöglich war, wurde erst 100 Meilen später mitgeteilt.
Wütend machten wir kehrt. Irgendwann meldeten die Mädchen ihren Hunger. Kein Wunder, es war schon halb acht. Wir hatten noch in Three Rivers eingekauft. Freuten uns auf ein feines Znacht. Gekocht haben wir nur innerlich. Gelandet sind wir im McDonalds, die Mädchen hat’s gefreut.
Und jetzt? Marco ist so stinksauer, dass er weiterfahren will. Die Mädchen arbeiten in ihrem Camperbüro und scheinen sich von der Enttäuschung, den grössten Baum der Erde nicht sehen zu können, erholt zu haben. Ich schreibe, auch noch mit einer gehörigen Wut im Bauch, den Tagesbericht und wir alle hoffen, dass wir auch zu später Stunden in einem Campingplatz noch Einlass erhalten.
…
Es ist jetzt 10 Uhr abends. Wir haben an der Interstate 5 in Caolinga noch einen Campingplatz gefunden. In guter Gesellschaft befinden wir uns auch: nur 5 Meilen entfernt befindet sich ein State Prison.
Und auch jetzt, nach wiederholter Durchsicht unserer Unterlagen, haben wir keinen Hinweis betreffend Fahrzeuglänge im Sequoia NP gefunden. Auch nicht gefunden haben wir ein Wireless Lan. Sorry, folks!
PS: Als ob dies nicht schon alles genug war, donnert Marco seinen Kopf noch gegen eine, zum Glück gerundete, Hängeschrankkante…
10. April 2006 - Death Valley->Sequoia->Coalinga
Sicheres Tal des Todes - 9. April 2006
09.04.06 00:09:37
Da Marco gestern Nacht doch noch erfolgreich ein Drahtlosnetzwerk angezapft hat, musste ich heute morgen zuerst die gestrigen Eindrücke zu „Papier“ bringen. Auch ausgeschlafen und mit etwas Distanz wirkt Las Vegas beeindruckend.
Im Wissen, nur eine relativ kurze Etappe von ca. 160 Meilen vor uns zu haben, gingen wir es gemütlich an. Auch Fotografierstopps gab es ab und zu wieder ;-) Aufgefallen ist uns kurz nach Las Vegas ein Corvette Club, der anscheinend ein Meeting veranstaltete, ca. 25 dieser Flundern kamen uns auf dem Highway No 95 North entgegen.
„In the middle of nowhere“ diskutierten wir noch, welche Route wir definitiv fahren wollten. Wir entschieden uns dann, über Beatty zu fahren, da dort in der Nähe eine Geisterstadt aus der Goldgräberzeit zu bewundern sei. Ein Reinfall, wie sich später herausstellte, könnte aus jedem Reiseführer gestrichen werden. Doch Beatty selber (es soll 3'300 Einwohner haben, wo allerdings, ist uns schleierhaft) verfügt trotz seiner Abgelegenheit über eine ausgezeichnete Infrastruktur: High School, Medical Center, Sheriff, Justice Court, Bank of America-Filiale, Casinos… und aus vergangener Zeit einen Saloon.
Von Beatty aus fuhren wir weiter nach Süden ins Death Valley. Zur Zeit werden gerade Belagsarbeiten an der „Hauptstrasse“ durchgeführt, Armi Cheibe, die in dieser Hitze teeren müssen. Es ist beeindruckend, über diese Passstrasse ins Tal einzufahren wohlwissend, dass es hier locker über 50°C werden kann. Der Griff zur Wasserflasche erfolgt bei solchen Gedanken schon fast automatisch. Den Wasservorrat hatten wir in Beatty zum Glück noch aufgestockt. Während 13 Meilen ging es immer auf abfallender Strasse ins Tal hinein. In der Ferne glänzten die weissen Salzfelder.
Kurz vor Furnace Creek begann Marco zu strahlen. Erinnerungen an den Dunlop Drivers Cup kamen ihm in den Sinn: Ruedi und er hatten am Morgen die Anweisung erhalten, nicht nach Roadbook zu tanken, sondern erst eine Tankstelle später. Also fuhren sie los. Ueber Funk wurden sie dann aber nach ein paar Meilen zurückgepfiffen. Da sie die Strecke nun kannten und auch wussten, dass keine Sheriffs unterwegs waren, gaben sie Gas. Vollgas. Sehr zur Freude der bereits fertig getankten anderen Nissans, die ihnen entgegenfuhren.
Furnace Creek: Eine auf Touristenbedürfnisse eingerichtete Oase in dieser Einöde. Einen Standplatz zu finden war hier kein Problem, hat es doch gleich drei Campingplätze.
Nach der für National Parks obligaten Registrierung fuhren wir gleich weiter nach Badwater, dem tiefstgelegenen Punkt der Erde. Die Höhe des Meeresspiegels ist an der östlichen Bergkette markiert, er liegt 88.5 m höher als unser Standort. Beruhigend, die relativ hohe Bergkette auf der westlichen Talseite zu sehen (bis 3'368 m, Telescope Peak), die verhindern wird, dass das Tal vom Pazifik geflutet wird. Beim Spaziergang auf dem getrockneten Salz wehte uns ein warmer, salziger und vor allem sehr starker Wind um die Ohren.
Auf dem Rückweg wollte Marco uns den Artists Palette zeigen, eine relativ schmale und sehr gewundene Strasse zwischen Felsformationen hindurch. Leider war für unser Wohnmobil hier das erste Mal Endstation: Gefährte über 25 Feet dürfen nicht durchfahren. Den Devils Golf Course liessen wir freiwillig links liegen und fuhren weiter zum Golden Canyon. Dieser Teil des Death Valley NP ist erst seit ein paar Jahren geöffnet und soll vor allem bei morgendlichen Sonnenschein sehr schön sein. Leider verzog sich die Sonne während unseres Besuches hinter einer dicken Wolke und der Wind, einmal von vorne, einmal von hinten, wirbelte doch etliche Sandkörner durch die Luft, so dass wir unsere Exkursion nach rund ¼ der Strecke abbrachen und zum Campingplatz zurückfuhren. Der Wind weht hier immer noch sehr stark, aber sonst wäre es vermutlich vor Hitze gar nicht auszuhalten. Es sollen heute um die 30°C gewesen sein.
Fazit nach dem ersten Tag im Tal des Todes: Hier ist es sicherer wie in Las Vegas, wenn man an all die Schiessereien in unmittelbaren Nachbarschaft denkt, die in den NBC Las Vegas News für die zwei vergangenen Tage vermeldet wurden. Und an die fast ununterbrochen heulenden Polizeisirenen wollen wir keine weiteren Gedanken verschwenden. (Ueli, mach de Rita bitte de Schnaps parat!)
9. April 2006 – Las Vegas -> Death Valley
Es werde Licht - 8. April 2006
08.04.06 08:12:21
Ehrlich gesagt, gestern war ich nach unserem Ausflug nach Las Vegas zu müde, um auch nur noch eine Taste zu drücken. Heute, bei strahlendem Sonnenschein, fühle ich mich doch wieder besser, so dass ich euch unsere Eindrücke vom gestrigen Tag mitteilen kann.
Der erste Eindruck: They are crazy! Es ist alles riesig, überdimensioniert und verschwenderisch.
Vor allem das Wasser: Wir haben ja bereits berichtet, dass der Lake Powell, einem Wasserreservoir für Las Vegas, unter Wassermangel leidet, aber hier in der Stadt blüht und grünt es, künstliche Wasserfälle und andere Wasserspiele findet man allenthalben. Schön anzuschauen ist es aber trotzdem, das geben wir gerne zu.
Und dann die Kasinos. Geflippert wird hier, auf Teufel komm raus. Poker, Roulette und was es sonst noch gibt. Diskret angelegt die Zonen, wo die Einsätze höher sein dürfen. Dazwischen die immer weiblichen Servicemitarbeiter, die in kurzen Röckchen die Kundschaft zum Trinken animieren. Aber auch Mitarbeiterinnen mit den bei uns eher ausgestorbenen Bauchläden trifft man hier noch an. Und dann natürlich die Sicherheit: eine Ueberwachungskameras auf höchstens 10 Quadratmeter und immer wieder Herren im dunklen Anzug mit dem Knopf im Ohr.
Die Mädchen durften auch in die Kasinos rein, nur genaues Hinschauen war für sie verboten und sie durften die Spielinseln nicht betreten. Das heisst, dem meistens unifarbenen Teppich folgen, der die Gehwege markiert.
Ich habe mich auch einer meiner Lieblingsbeschäftigungen hingeben können, dem Leute beobachten: Da gibt es Kreaturen, erbarmenswürdig. Abgestürzt, durch Spielsucht und Alkohol. Dann sind da die Möchtegern-Reichen die in ihren Warenhausroben und billigen, daher unstabilen High Heels durch die Kasinos zu flanieren versuchen. Und die, die es sich leisten können, hier den einen oder anderen Dollar zu verlieren. Die werden allerdings diskret durch VIP-Eingänge geschleust, vorbei am gemeinen Fussvolk (findet man eben nur heraus, wenn man sich in den riesigen Palästen verläuft). Und immer wieder Kunden, die verzweifelt ihre Taschen nach einem weiteren, vielleicht dem Glück bringenden Dollar durchsuchen.
Für Sara und Jasmin war das „Circus Circus“ am spannendsten, denn da gibt es auch ein Kasino für Kinder. Für mehr oder weniger Geld dürfen sich die kleinsten Gäste vor allem an Wurfspielen versuchen. 6 Dollar haben die beiden erfolgreich verloren, und wir haben daher beschlossen, später etwas zu „gänggele“, denn da weiss man was man hat. Aber süchtig werden können auch schon die Kleinsten, denn immer wieder machen Eltern Geld locker, damit ihre Lieblinge vielleicht doch noch ein Erfolgserlebnis haben werden.
Dem Namen entsprechend, gibt es hier jeweils auch kurze Zirkusvorführungen. Im grössten Zirkuszelt der Welt wird in der Manege gegambelt und in der Kuppel Akrobatik gezeigt.
Am Abend wurde dann der weltbekannte Zauber Las Vegas' auch für uns sichtbar: Millionen von Lichtern und Lämpchen erhellten die Stadt. Für Astronomen der reinste Horror was die Lichtverschmutzung betrifft. Und die Stadt wachte auf und begann erst so richtig zu leben. Nicht, dass wir tagsüber alleine unterwegs gewesen wären!
Ach ja: Bilder werden eines Tages auch noch ins Netz gestellt. Aber vorerst dürft ihr eure Fantasie walten lassen. Marco hat letzte Nacht bis um 2.00 Uhr keine Mühen gescheut und ein Wireless Lan aufgespürt. Sein Kommentar zu diesem Thema in unserem Gästebuch nachzulesen.
(Kommentar Marco: kein Wunder haben viele Campingplätze kein WLAN !!!)
7. April 2006 - Bryce Canyon -> Las Vegas
Schwankungen - 7. April 2006
07.04.06 00:55:19
Mit meiner Prognose betreffend einer kalten Nacht lag ich fast richtig, denn es wurde seeehr kalt. Um drei Uhr morgens weckten uns die Mädchen weil sie froren. Also wurde unser sonst schon enges Bett zum Familiennest. Es war einige Grad unter Null und sehr ungemütlich. Kein Wunder, befanden wir uns auf über 2´400 m.ü.M.
Wider Erwarten konnten wir dann aber bis um 8.00 Uhr schlafen. Also war nichts mit dem Sonnenaufgang im Bryce Canyon. Wir beschlossen daher, den ganzen Canyon abzufahren und beim Rainbow Point, dem höchst- und entferntest gelegenen Aussichtspunkt auf 2´714 m.ü.M mit der visuellen Erforschung zu beginnen. Es liegt noch soviel Schnee, dass ohne passendes Schuhwerk nicht an eine Wanderung zu denken ist. Jasmin war deswegen nicht unglücklich. Der Farbintensität der rot-orangen Felsen (Eisenoxid) wird durch den weissen Schnee dafür umso intensiver. Auch motorisiert dauert es über zwei Stunden, bis man alle View Points abgefahren ist und die Aussicht genossen hat. An dieser Stelle muss noch festgehalten werden, dass wir unser Wissen betreffend Baumgrenzen revidieren müssen, denn die schönsten Kiefernwälder sind hier zu bewundern.
Eigentlich hatten wir zwei Uebernachtungen im Bryce Canyon eingeplant, aber erstens machte uns eine weitere Nacht bei diesen Temperaturen gar nicht an und die eingeplante Zeit für die Wanderung benötigten wir unter diesen Umständen auch nicht. Also machten wir uns im Laufe des Nachmittags auf wieder Richtung Süden.
Ausserhalb des Bryce Canyon machten wir noch kurz Halt im Red Canyon. Die Felsen sind hier tatsächlich so rot, wie sie auf Ansichtskarten zu bewundern sind. Einfach kitschig schön. Anschliessend ging es weiter vorbei an lieblichen Flusslandschaften, wo die Flüsse ihren eigenen Weg suchen können und durch eine, noch von einer kompakten Schneedecke bedeckten Hochebene auf über 3´000 m.ü.M. Hier gingen Marco´s und meine Meinung betreffend Fotohalt gewaltig auseinander, so dass hier ein Filmriss vermerkt werden muss, denn Beweismaterial besteht unsererseits keines. Erst in der Wüste Nevadas, nach rund 100 Meilen schmollen beiderseits nahmen wir die Beweisaufnahme wieder auf. Soviel zu den Schwankungen No 1.
Nun zu No 2. Der ortskundige Leser ist beim Lesen des vorherigen Abschnittes vermutlich stutzig geworden. Zu recht, denn wir wissen, dass wir noch in der Schweiz grossartig verkündet hatten, Las Vegas links liegen lassen zu wollen. Aber genau hier sind wir jetzt gelandet, hatten Glück und einen der raren Mobile Home Standplätze ergattern können. Uns hier wiederzufinden ist allerdings ein Schock verschiedenster Art: Ersten ist es hier um rund 20°C wärmer als noch im Bryce Canyon, aber definitiv angenehmer. Zweitens sind wir seit fünf Tagen erstmals wieder in grösserer Zivilisation angekommen. Es ist lärmig, stinkig und überfüllt hier. Was wir aber auf diesem Campingplatz immer noch nicht haben, ist Internetzugang.
Und zum Tagesabschluss noch eine erschreckende Nachrichten aus den NBC-Late News: Bush kommt nach Las Vegas! Er will für irgend eine gemeinnützige Organisation Geld sammeln helfen. Für 500 USD ist man dabei, für 1´600 USD darf man sich mit ihm ablichten lassen. Zum Glück findet dieses Grossereignis erst Ende April statt…
Ein harter Tag - 6. April 2006
06.04.06 00:54:35
Heute wollten wir früh losfahren, denn erstens mussten wir unsere Fahrt auf dem Lake Powell streichen, da die stürmischen Winde ein Auslaufen aller Schiffe verunmöglichte und, zweitens, war es nur knapp eine Meile weiter bereits wieder eine Stunde später und da an unserem Tagesziel, dem Bryce Canyon NP nur ein Campingplatz geöffnet sein soll, wollten wir früh dort sein, um einen der raren Stellplätze zu ergattern. Das mit dem früh Aufstehen hat noch gut geklappt. Dann aber bekamen wir Abschiedsbesuch von unseren Campingnachbarn und so wurde es doch wieder später bis wir den Glen Canyon verlassen konnten.
Von Beginn weg wehte uns ein sehr stürmischer Wind entgegen. Eigentlich wollte ich heute das Steuer einmal übernehmen, da Marco von heftigen Kopfschmerzen geplagt wurde, so aber war es sicherer, dass Marco uns gegen Norden fuhr. Nicht nur Marco hatte zu kämpfen, auch unser Camper hatte grosse Mühe gegen den Wind und die immer wieder steil aufwärts führende Strasse anzukommen.
Wiederum durch herrliche und abwechslungsreiche Landstriche Utah’s erreichten wir gegen 15.00 Uhr die Gegend um den Bryce Canyon und wir glaubten unseren Augen nicht, als wir noch reichlich Schnee vorfanden. Ein Blick auf die Landkarte zeigte uns, dass wir uns auf rund 2'000 m ü.M. befanden. Eine weitere Notiz im Reiseführer teilte uns mit, dass der März der schneefallreichste Monat sei. Im Information Center wurden wir darüber aufgeklärt, dass wir mit einem Tagesmaximum von rund 8°C rechnen dürfen, in der Nacht selbstverständlich um die Nullgradgrenze. Vorgestern waren es -4°C. Kein Wunder, die vielen Eiswarnungen entlang der Strasse.
Jetzt richten wir uns auf eine kühle, sorry kalte Nacht ein. Eine Heizung hätten wir in unserem Mobile Home schon, aber die macht einen solchen Lärm, dass an einen geruhsamen Schlaf nicht zu denken ist. Also wird Kuschele eine der Warmhaltemethoden sein. Ach, wie kann Campen schön romantisch sein.
Wir wissen, dass etliche von Euch regelmässig unsere Homepage aufsuchen, um Informationen über unsere Reise zu erfahren. Das Tagebuch wird auch allabendlich à jour gebracht, aber leider sind wir seit vergangenem Sonntag vorwiegend in Nationalparks unterwegs und hier ist Internet nicht zugänglich. Das gleiche gilt für den Natelempfang. Wir haben heute zwar erfahren, dass in jeder öffentlichen Bibliothek ein Internetanschluss gratis zur Verfügung steht, aber diese Möglichkeit haben wir noch nicht ausprobiert.
6. April 2006 - Lake Powell (Page) -> Bryce Canyon
Ein nicht wirklich gemütlicher Tag - 5. April 2006
05.04.06 08:52:52
Mitten in der Nacht begann es plötzlich heftig an unserem Camper zu rütteln. Ein sturmartiger, aber immer noch warmer Wind liess uns den Wetterwechsel erahnen. Am Morgen regnete es dann auch prompt und dies passte auch zur Stimmung von uns Erwachsenen, hatten wir ja auch noch ein unangenehmes Problem zu lösen.
Regen ist in dieser Region mehr als willkommen, denn der Lake Powell hat im Moment nur ca. 46% der durchschnittlichen Wassermenge und da dieser See als Reservoir für Städte wie Las Vegas und Los Angeles dient, wäre es dringend notwendig, wenn die Niederschläge, welche an der Westküste zuviel sind, hier niedergehen würden.
Zuerst aber genossen wir ein ausgiebiges Frühstück. Dann machten wir uns auf nach Page um eine Reparaturwerkstätte für RV’s zu suchen. Es war bereits nach zwei Uhr nachmittags, als die Toilette repariert und wir um 65 (!) Dollars ärmer waren. Wir ärgerten uns gewaltig, denn die Reparatur hatte keine 20 Minuten gedauert! Wie wir später von unseren Campingnachbarn erfuhren, dürfen hier die vollen Stunden verrechnet werden, auch wenn die Reparaturarbeiten nur einen Bruchteil davon dauern.
Da uns noch Lebensmittel fehlten, fuhren wir nochmals zum Wal Mart. Uns muss der Aerger noch tief gesessen haben, denn wir liessen uns, von den anderen Einkaufenden inspiriert, zu einem Kauf hinreissen, denn wir noch bereuen sollten: Wir packten doch tatsächlich Hamburger ein, welche nur noch aus der Verpackung genommen und in der Mikrowelle erwärmt werden mussten. En Guete! Morgen gibt es wieder etwas Vernünftiges auf den Teller.
Auch Hausfrauenpflichten waren noch zu erledigen. Also los in die Wäscherei. Normalerweise wartet Mann/Frau in der Laundry bis die Maschinen ihre Arbeit erledigt haben. Als Zeitvertreib gilt allgemein Lesen. Ich zog es vor, mich in den Camper zurückzuziehen. Ein letzter Abendspaziergang wollten wir eigentlich machen, als wir die getrocknete Wäsche holen wollten. Es wurde dann zu einer Diskussionsrunde über Bush, das amerikanische Wahlsystem, Prognosen die nächste Präsidentschaft betreffend und und und. Unsere Diskussionspartner meinten auch, dass sie erst dann wieder nach Europa reisen würden, wenn sie wieder mit Stolz sagen könnten „We are Americans“. Momentan scheint es auf der Welt nur wenige amerikanischen Touristen zu geben, denn alle geben sich nach Möglichkeit als Kanadier aus…
Ein etwas komischer Tag fand dann noch einen wunderschönen Abschluss: Plötzlich überspannte ein an Farbintensität nicht zu überbietender Regenbogen den Lake Powell. Das eine oder andere Essen könnte deswegen darunter gelitten haben, denn es war „Camera time“. Auch Sara zückte ihre Pocket Camera, hatte sie ihrem Gotti doch versprochen, einen Regenbogen zu fotografieren. Dass es ein solch grandioser sein würde, hätte niemand zu träumen gewagt.
5. April 2006 - Page
Gross, grösser, grandios - 4. April 2006
04.04.06 08:52:02
Brrr! Mit dieser Bemerkung wachten wir heute morgen alle auf. Es war .…kalt in unserem Camper. Natürlich hatten wir gewohnheitsgemäss die Heizung über Nacht nicht eingeschaltet. Aber warum war es so kalt? Draussen schien doch die Sonne vom strahlendblauen Himmer? Erst einige Zeit später realisierten wir, dass wir auf 2000 m ü/M übernachtet hatten. Kein Wunder also, dieser „Kälteeinbruch“.
Nach einem warmen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Grand Canyon. Unser erster Eindruck dieses Naturwunders: Wow! Auch in den Weiten dieses Landes kommt der Grand Canyon voll zur Geltung. Wir glauben, dass auch Bilder diese Grösse nicht einfangen können, und trotzdem haben wir, dem Touristenstandard entsprechend, zu Hauf Bilder geschossen, ich jedenfalls bis die Batterien meiner Fotokamera leer waren.
Wir machten einen ausgedehnten Spaziergang dem Canyon entlang. Den Abstieg wollten wir nicht wagen, dauert er doch mind. 4 Stunden, zurück muss man das Doppelte rechnen und an einem Tag ist die ganze Tour auch nicht zu empfehlen.
Zuerst noch der Südkante des Grand Canyon folgend, wo der eine oder andere Aussichtspunkt zum nochmaligen Verweilen einlud, machten wir uns dann auf den Weg Richtung Lake Powell. Nach der gestrigen Monsteretappe war die heutige ein wahrer Katzensprung.
Obwohl die Landschaft eher zur kargeren Sorte gehört, war sie trotzdem von faszinierender Schönheit. Nach rund 150 Meilen kamen wir in Page an. Dort erregte aber zuerst der Wal Mart unsere Aufmerksamkeit. Unsere Einkaufszentren können einpacken. Nach ausgiebigem Shopping machten wir uns dann auf den Weg Richtung Glen Canyon NP und dem Lake Powell. Kurz nach Einfahrt in den Glen Canyon wurden wir von der in der Abendsonne liegenden Landschaft Arizonas in den Bann gezogen. Wir wären sehr enttäuscht gewesen, hätten wir hier nicht übernachten können.
Wir schlossen auch bald Bekanntschaft mit unseren Campingnachbarn, ein pensioniertes Ehepaar aus Minnesota, welches während zwei Monaten den Südwesten der USA bereist. Unter anderem kamen wir auch auf die aktuelle Zeit zu sprechen, denn es herrscht einiges an Verwirrung. Sicher, wie viel Uhr es nun nach Abschluss der Diskussion war, waren wir alle nicht. Nur soviel war sicher: eine Meile weiter, in Utah wird es entweder eine Stunde später oder vielleicht auch eine Stunde früher sein.
Nach einem gemütlichen Abend gab’s dann leider auch noch Aerger: unsere Campertoilette versagte ihren Dienst. Details sollen Euch erspart bleiben.
4. April 2006 - Grand Canyon NP -> Lake Powell (Glen Canyon NP)
Unerwarteter Besuch und ein Jobangebot - 3. April 2006
03.04.06 08:49:57
Zuerst dies: VIELEN HERZLICHEN DANK! Soviele von Euch haben an mich gedacht und mir zum Geburtstag via SMS gratuliert. Und auch vielen Dank an die Ich habe sie erst gegen 12.00 Uhr Mittag Ortszeit lesen können, da wir im Joshua Tree NP keinen Empfang hatten. Und antworten kann ich nicht, denn ich habe meinen Prepaid-Saldo aufgebraucht. Für ein Zweiminutengespräch mit Marco innerhalb Kalifornien durfte ich stolze 36 Schweizer Franken bezahlen... und das Guthaben war weg.
Jetzt aber zur Fortsetzung des Berichtes von gestern. Von den Rangern bekamen wir keinen Besuch. Aber kaum war ich gestern Abend eingeschlafen, wurde ich schon wieder geweckt, weil Marco mit „Beseli und Schüfeli“ bewaffnet im vorderen Teil des Campers herumfuchtelte. Ich fragte für was das gut sein sollte, worauf ich die Antwort bekam, dass er mir dies besser nicht sage. Also legte ich mich wieder hin und versuchte weiterzuschlafen. Nach ein paar Minuten schien mir Marco’s Antwort aber ins Bewusstsein gedrungen zu sein, denn ich wollte nun doch genaueres wissen und erhielt die Auskunft, dass eine Maus sich bei uns eingeschlichen habe. Eine MAUS! Ausgerechnet. Der etwas wackelige Tisch war definitiv keine Fluchtmöglichkeit. Also zog ich meine Bettdecke sicherheitshalber ganz auf’s Bett und harrte der Dinge die da noch auf mich zukommen werden. Zu meiner trügerischen Sicherheit baute Marco eine Petflaschenbarrikade auf vor dem Schlafzimmereingang. Und zum Glück war ich von meinem kalifornischen Lieblingswein so müde, dass ich bald wieder ein- und sogar ohne Albträume durchschlafen konnte.
Am Morgen weckte uns strahlender Sonnenschein. Und ein erster Blick aus den Fenstern liess uns staunen. Riesige und kleinere Felsbrocken lagen um uns herum. Tönt langweilig, ist es aber nicht. Eine Antwort auf die Frage wie sie auf- und ineinander geraten sind habe ich in keinem Reiseführer gefunden. Auf alle Fälle sieht es faszinierend aus. Dazwischen finden sich immer wieder Palmen oder andere Sträucher. Für die Mädchen war hier natürlich ein Kletterparadies und unser erstes Frühstück im Freien konnten wir auch geniessen.
Nach einem Spaziergang durch einen Teil des riesigen Campingplatzes machten wir uns auf die Weiterfahrt. Unser Ziel war irgendwo zwischen Joshua Tree und Grand Canyon. Nachdem wir unserem Camper wieder Flüssignahrung zugeführt hatten, es waren „nur“ 55 Gallonen à 3,78 Liter, fuhren wir Richtung Nordosten. Irgendwann stiessen wir auf die legendäre Route 66. Durch Steppenlandschaften, in diesem Fall vor allem der Mojave Wüste, zieht sich diese Strasse endlos dahin. Aufgelockert nur durch Ansammlungen von Briefkästen, deren Besitzer ihr Haus irgendwo in der Steppe haben, oder durch „Shoe Trees“, wo spendable Touristen ihre mehr oder weniger zerschlissenen Schuhe aufgehängt haben.
Nach einem ausgiebigen Halt in Needles fuhren wir auf der Interstate 40 Arizona entgegen. Nach Kingman wollte ich unbedingt zurück auf die Route 66 weil sie gilt hier als der noch ursprünglichste Teil. Vor allem Hackberry musste ich gesehen haben. Viel zu sehen gab es dann zwar nicht, aber das, was da war, lohnte sich auf jeden Fall: Hackberry’s General Store trägt seinen Namen zu recht. Ein solches Sammelsurium an Ausstellungsstücken, Verkaufsartikeln und Erinnerungsstücken aus aller Herren Länder gibt es nur einmal zu bewundern. Und dies alles zu Musik aus den 50ern. Vor dem Laden runden alte Tanksäulen, verrostete Autofracks und zwei schreiende Esel das Bild ab. Dieser Umweg hat sich auf alle Fälle gelohnt. Gäll Schätzeli!?! Bleiben hätte ich auch können, vom Shopbesitzer erhielt ich ein Jobangebot. In dieser Athmosphäre arbeiten wäre nicht das Dümmste.
Sara und Jasmin waren heute wieder Riesenschätze. Sie waren in ihrem Camperbüro so mit schreiben, malen und lesen beschäftigt, dass wir beschlossen, weiterzufahren, bis es ihnen zu langweilig wird. Ja, und jetzt sind wir schon beim Grand Canyon angelangt. Heute haben wir aufgeholt, was wir durch schlechte Witterung an der Küste und Lädele gestern an Zeit verloren haben. Und unser Vehikel hat für morgen bereits wieder Nachschub gefordert.
3. April 2006 - Joshua Tree NP -> Grand Canyon NP
Outlets und Natur pur - 2. April 2006
02.04.06 08:48:22
In der Nacht wurde auch hier in Kalifornien auf die Sommerzeit gewechselt. Obwohl wir schon früh aufstanden, war es schon wieder spät. Nachdem wir den Camper reisetauglich eingeräumt hatten, fuhren wir los Richtung Palm Springs. Und da wir eigentlich vor hatten, heute „Meilen zu fressen“, fuhren wir vor allem auf Highways. Kurz vor Palm Springs sprang mir dann allerdings ein Hinweisschild für einen Nike Outletshop in die Augen und da ich für meine Neffen noch einen Auftrag zu erfüllen hatte, musste Marco natürlich anhalten. Der Nike Shop war aber nicht alleine, weitere 150 Outlets sind in diesem Shoppingcenter angesiedelt und so waren im Nu über zwei Stunden vergangen und wir um ein paar Dollars ärmer.
Weiter fuhren wir nach Palm Springs. Keine gute Idee, dies ausgerechnet an einem Sonntag zu tun: Die Stadt war voll von Menschen und fahrbaren Untersätzen und einen freien Parkplatz zu finden für ein Vehikel in der Grösse wie dem unseren unmöglich. Also gab es eine Stadtbesichtigung vom Mobile Home aus und weiter fuhren wir Richtung Joshua Tree NP.
Zwischenzeitlich war es bereits nach fünf Uhr nachmittags. Die langsam untergehende Sonne tauchte die Steppen und Berge in warmes Licht. Aufgefallen ist uns, dass, wie von Menschenhand geplant, Landstriche mit gewissen Pflanzen bewachsen sind. So gab es z. B. eine Strecke, wo Sträucher, Besen ähnlich, zu sehen waren. Und etwas weiter waren plötzlich links und rechts der Strasse tausende von Kakteen zu sehen. Und wie sie angefangen haben, hörten sie wieder auf.
Jetzt sind wir auf dem Campingplatz beim Jumbo Rock. Wie dieser Fels aussieht, können wir noch nicht sagen, denn es war bereits stockfinstere Nacht als wir hier angekommen sind und einen freien Stellplatz gesucht haben. Ob wir wirklich hier stehen dürfen, wissen wir auch nicht 100%ig, aber wir hoffen, dass uns kein Ranger aus dem Schlaf holen wird und uns mit einer Busse belegen will.
2. April 2006 - San Diego -> Joshua Tree NP
Ein gemütlicher Tag - 1. April 2006
01.04.06 07:35:05
Heute Morgen haben wir beschlossen, noch eine weitere Nacht auf dem Campland Mission Bay zu verbringen. So konnten wir San Diego Downtown gemütlich erkunden gehen.
Gestartet sind wir beim Seaport Village. Es handelt sich dabei um ein Quartier in dem man vornehmlich Geschäfte, Restaurants und ab und zu auch Strassenkünstler antrifft. Eine südamerikanische Musikergruppe weckte unsere Aufmerksamkeit, so dass wir schon nach kurzer Zeit eine erste Rast einlegten um den Musikern zuzuhören.
Dem Hafen und Convention Center entlang gingen wir weiter ins Gaslamp Quarter. Dieses Quartier aus dem 19. Jahrhundert wurde vor dem Abriss gerettet und sollte eigentlich am Abend erkundet werden um seinen Charme ganz geniessen zu können. Beim Schlendern durch die Strassen wurden wir von einem Restaurant angezogen, in dem eine heitere Stimmung zu herrschen schien. Und da wir sowieso Hunger hatten, betraten wir „Dick’s last resort“. Jimi, der Kellner, erteilte einem weiblichen Gast gerade eine Time out-Strafe indem er sie mitsamt Stuhl in eine Ecke zog. Vor seinen Sprüchen war kein Gast sicher und für gute Unterhaltung so gesorgt.
Auf dem Weiterweg ins Horton Plaza Centre machten wir schon wieder Halt, diesmal im Hard Rock Cafe. Sara und Jasmin waren von der lauten Rockmusik begeistert. Endlich niemand der ihnen sagte, die Musik leiser zu stellen.
Nach einem kurzen Abstecher und einigen wenigen Einkäufen im Horton Plaza gingen wir weiter Richtung Hafen. Zwei riesige Kreuzfahrtschiffe und deren Hupen hatten unsere Aufmerksamkeit geweckt. Wir machten es uns am Pier gemütlich, bis einer der beiden Ozeanriesen sich mit Hupen und stampfenden Dieselmotoren Richtung offener See verabschiedete.
Jetzt stand für uns noch eine wichtige Mission auf dem Programm: Für Evelyne Tom Cruise finden. Was liegt da näher, als die Top Gun-Bar aufzusuchen? Dank Sascha’s Wegbeschreibung (vielen Dank, es stimmte alles ganz genau) fanden wir den Schuppen, in dem 1985 die Schlussszene zu „Top Gun“ gedreht wurde, auf Anhieb. Das Lokal überlebt vermutlich nur noch, weil nach wie vor viele Fans diesen Platz aufsuchen, denn Investitionen erlebte dieses Lokal schon lange keine mehr. Kein Wunder, hält sich Tom Cruise auch nicht mehr hier auf. Sorry, Evelyne!
Auf dem Rückweg zum Campingplatz wollten wir aber einen Besuch in Old Town, der Geburtsstätte San Diegos, nicht verpassen. Diese Altstadt mit ihren restaurierten oder z.T. nachgebauten Gebäuden steht im Umfeld des ursprünglichen Stadtplatzes an unbefestigten Strassen. Leider waren wir erst am Abend hier, so dass die meisten Gebäude für Besucher bereits geschlossen waren, aber die vielen warmen Lichter, die mexikanische Musik und der Duft aus den verschiedenen Restaurantsküchen hinterlassen einen angenehmen Eindruck.
Eine etwas nasse Angelegenheit - 31. März 2006
31.03.06 17:51:39
Schon die Begrüssung im Sea World war feucht: es begann zu regnen. Allerdings sollte sich im Laufe des Tages herausstellen, dass die uns immer wieder begleitenden kleineren Nieselregen nichts waren im Vergleich zur Wassermenge, die man beim Besuch der verschiedensten Bahnen und Shows abbekommen kann. Die Delfin- und Orkashows waren unsere ersten beiden Tagesziele. Es ist von Vorteil, bei solchen Anlässen nicht zuvorderst sitzen zu wollen, denn klebt auf dem Sitzbank das Schild "Soakzone, have you really great chance to get wet". Und wenn Orka Shamu mit seiner Schwanzflosse ausholt, dann spritzt es gewaltig.
Den Walrössern statteten wir auch einen Besuch ab. Sie waren gerade beim Dinieren. Wer diesen Kolössern beim Fressen zugeschaut hat, verzichtet vorläufig auf das Verspeisen von Fisch. Details wollen wir hier nicht weitergeben.
Auch einen Besuch im 4D-Kino machten wir. Vor Spuck- und Nassszenen wird gewarnt, denn auch hier gilt: nicht nur in der ersten Reihe sondern mittendrin!
Mittendrin fühlt man sich auch im Haifischbecken. Durch einen gläsernen Tunnel geht man da und hat die Möglichkeit, die Beisserchen dieser Raubtiere von allen Seiten zu betrachten.
Zum Abschluss des Tages ging Marco mit den Mädchen noch auf zwei Wasserbahnen. Mein Magen steht solchen Aktivitäten zum Glück ablehnend gegenüber, so dass ich als einzige trocken beim Camper ankam.
Ein zwiespältiges Gefühl begleitete mich den ganzen Tag: die Tiere werden in relativ kleinen Bassins gehalten, auch wenn es die grössten der Welt sein sollen. Tiergerecht kann man dies sicher nicht nennen. Aufgefallen ist auch, dass die Verkaufsflächen für Merchendising-Artikel und zur Bewirtung der Besucher sicher grösser ist als der Raum, der den Tieren zum Leben zur Verfügung gestellt wird. Für Sara und Jasmin waren diese Tatsachen natürlich nicht relevant. Sie waren glücklich, Delfine, Orkas, Eisbären, Pinguine, Haie und viele mehr einmal in Natura betrachten zu können.
31. März - 1. April 2006 - San Diego
Murmeltiere? - 30. März 2006
30.03.06 17:51:03
Nachdem Marco dem Campingplatzvermieter dank eines etwas unglücklichen Wegfahrmanövers bei der teilweisen Liquidation eines Baumes behilflich war, ging unsere Reise weiter Richtung San Diego. Auf dem berühmten Highway 1 resp. 101 fuhren wir der Küste entlang bis nach La Jolla, wo wir der Beach entlang einen ausgiebigen Spaziergang machten. In einer felsigen Bucht angekommen, erwarteten uns ca. 100 schlafende ... Ja, wenn man das wüsste. Sara's spontane Analyse lautete Murmeltiere, Marco's und mein erstauntes Nachfragen veranlasste Jasmin zu schweigen. Bei genauerem Betrachten konnten sich die Mädchen dann aber darauf einigen, dass es sich eindeutig um Seehunde handeln musste, die, in der Sonne liegend, den Frühling genossen.
Nach einem weiteren Spaziergang, diesmal durch La Jolla selbst, und einem wirklich guten Espresso in einem französischen Café, fuhren wir weiter Richtung Sea World. Auch hier war es einfach, einen Campingplatz zu bekommen. Hier bestätigte sich dann, was wir schon seit gestern vermutet hatten: Unsere Campergrösse ist absoluter Standard. Mit kleineren Gefährten fällt man eher auf, mit grösseren wird man aber auch nicht bewundert, es ist hier einfach alltäglich. Nur wir staunen ob Luxusgefährten die von aussen einem Reisebus ähneln und die dank verschiedentlich ausfahrbaren Seitenteilen zu kleinen Ferienvillen umfunktioniert werden können. Zudem wird oftmals noch ein Anhänger angekoppelt, damit das Familienauto auch mitgenommen werden kann.
30. März 2006 - Anaheim -> San Diego
Tue ich wirklich das Richtige? - 29. März 2006
29.03.06 17:50:30
Heute ging es früh los. Auf Anraten des Receptionisten holte uns das Taxi bereits um halb sechs für den Transfer zum Flughafen ab. Dank des netten Herrn konnten wir im Airport Hilton dann 2 Kaffees, 2 Schoggi und 3 Gipfeli für satte 28 Dollar geniessen... Mit dem Shuttle ging es dann zur Camper-Station. Schnell wurde mir klar, mit welchem Vehikel wir die nächsten zwei Wochen Kalifornien kennenlernen wollten. Mein Magen begann sich zu melden. Oder waren es nur die Nerven? Sehnsüchtig gingen meine Blicke zu kleineren Campern, beruhigend wirkte der Anblick von noch grössereren Mobile homes. Um etwas sinnvolles zu tun, begann ich unser neues temporäres Zuhause einzurichten. Marco verstand meine Nervosität natürlich nicht. Klar, wer den DDC auf dem 4. Platz beendet für den ist das Führen eines 32 Feet-Mobile Homes ein Kinderspiel. Die Mädchen hatten sich auch bereits eingerichtet und sassen vergnügt am Tisch und waren in ihrem neuen "Büro" beschäftigt.
Der effektive Start unserer Rundreise und das von Marco versprochene GPS beruhigten mich dann aber auch nicht, im Gegenteil. Anhand einer vom Vermieter zur Verfügung gestellten Strassenskizze machten wir uns auf die Suche nach einem Elektronikfachhändler und einem Einkaufszentrum, welches für grosse Fahrzeuge einen geeigneten Parkplatz zur Verfügung stellte. Zum ersten Mal lernten wir die Dimensionen Amerika's wirklich kennen: Was auf der Skizze aussah, als läge es gleich um die Ecke, ist in Wirklichkeit Meilen entfernt. Na ja, gefunden haben wir beide Läden. Nur der GPS-Kauf erweist sich als schwieriger als vermutet, da wir kein ganzes System sondern nur eine Laptop-Version kaufen möchten. Unser GPS heisst bis auf weiteres BEA.
Wir beschlossen dann, Richtung Disneyland in Anaheim zu fahren. Praktisch auf Anhieb fanden wir einen Campingplatz und das erste Einparkieren gelang auch relativ mühelos. Ich war froh, die ersten 45 Meilen unserer Reise überstanden zu haben und wir genossen den anschliessenden Besuch im Disneyland in vollen Zügen. Erst beim Verlassen dieses Resorts wurde mir klar, dass man sich im Disneyland wie in eine anderen Welt versetzt fühlt. Jasmin war etwas enttäuscht, dass sie bei Schneewittchen zu keiner persönlichen Audienz zugelassen wurde. Jedesmal wenn sie anstehen wollte, wurde die Warteschlange geschlossen. Dafür gab es dann aber in Mickey's Haus noch eine Ueberraschung: Voellig unerwartet stand er vor den Mädchen und sie durften ihn umarmen und sich mit ihm fotografieren lassen.
29. März 2006 - Los Angeles -> Anaheim
It never rain's in California - 28. März 2006
28.03.06 17:49:23
Heute kamen die Mädchen problemlos aus den Federn und auf das Frühstück in unserem Hotel verzichteten sie gerne freiweillig, denn schliesslich wartete im Roosevelt Hotel Marco auf uns. Wie wir Marco gefunden hatten, war ich kinderlos, denn Sara und Jasmin waren froh, ihren besten Papi der Welt (sie überreichten ihm zur Bestätigung auch ein entsprechendes Diplom) endlich wieder zu haben. So hatte ich Zeit, mir das Roosevelt ein bisschen genauer zu studieren. Auch wenn es bereits in die Jahre gekommen ist, ist der Glamour vergangener Tage noch gut zu erahnen. Und die Mitarbeiter sind sich der Tradition des Hauses bewusst und benehmen sich entsprechend. Sogar für das lausige Wetter hat sich ein Doorman entschuldigt.
Nachdem die DDC-Crew abgereist war, begaben wir uns, zusammen mit den noch in LA verbleibenden Fahrern, zum Frühstück. Und dann wollten Jasmin und Sara Marco den Hollywood Blvd mit den vielen Sternen, vor allem natürlich jenen von Mickey Mouse, zeigen. Auch das eine oder andere Mitbringsel wollte gekauft sein. Es regnete aber wie aus Kübeln, so dass wir schon nach wenigen Metern pflotschnass waren und uns entschieden, zum Trocknen und Aufwärmen in unser Hotel zurückzugehen. Gummistiefel haben wir natürlich nicht mitgebracht aus der Schweiz, denn wir glauben, wenn uns Insider vorsingen "It never rains in California".
Durch die starken Regenfälle ist uns die Lust auf einen Besuch in Beverly Hills mit dem R...
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